Samens durch sich hiedurch bis zur Dottertraube zu
führen; daher glaubte Fabricius ab Aquapendente, der
Samen bleibe in einer Vertiefung des Eiergangs (Bursa
Fabricii) und befruchte da die Eier erst bei ihrem
Durchgehen, wodurch es auch begreiflich werde, dass
eine Henne, obschon nur ein oder zwei Tage lang vom
Hahne besprungen, doch durch ein ganzes Jahr fruchtbare ¬
Eier legen könne. So viel auch diese Meinung,
welche Malpighi von den Insecten geltend machte, für
sich zu haben scheint, und sich der wahren Ansicht
anschliefst, so ist sie doch nicht denkbar; denn auch
zugegeben, dass der Samen einige Wochen in der Mündung ¬
des Eierganges unverdorben und unaufgesogen
könne liegen bleiben, so ist unbegreiflich, wie seine
Wirkung auf ein ganzes Jahr hinausreichen könne,
und noch unbegreiflicher, wie er jetzt noch in das Ei,
das schon ausgebrütet, und mit der Schale überzogen
ist, dringen, und die Gicatricula — das graafische Blaschen ¬
— befruchten könne; auch sagt Harvey ausdrücklich, ¬
dafs ein ausgebildetes Ei, obgleich noch im Oviducte ¬
nicht mehr befruchtet werde.
Zwar liefs sich die Möglichkeit denken, wenn
wahr wäre, was die Neuern dem alten Honoratus Fabri
und andern nachbehaupten, nemlich, dass die Schale
des Eies aus dem Kalche des Harnes abgesetzt werde,
denn in diesem Falle müsste die Schale erst in der
Kloake entstehen, da die Ureteren erst da sich öffnen,
und so kame das Ei noch schalenlos in die Nachbarschaft ¬
der Bursa; allein, auch zugegeben, dafs die
Sehale aus dem Harne sich absetze, wobei jedoch die
Beispiele eines Eies im Ei, deren hin und wieder existi¬