Volltext : Oken, Lorenz: Die Zeugung

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absondern  ein  Infusorienabsondern  definiren  kann.
Die  Idee,  den  Samen  mit  einer  Flüssigkeit  zu  vergleichen, ¬
  die  beginnt  in  Fäulnifs  zu  übergehen,  ist  daher
ganz  und  gar  wahr,  und  man  muss  sich  um  so  mehr
wundern,  dass,  nachdem  die  Sache  einmal  so  nahe
berührt  wurde,  man  die  Samenbildung  nicht  mit  der
Generatio  aequivoca  verglich,  und  beide  als  Processe
betrachtete,  in  welchen  Infusorien  entwickelt  werden,
nur  mit  dem  Unterschiede,  dass  der  generelle  organische ¬
  Procefs,  durch  den  bei  der  Faulnifs  die  Infusorien ¬
  aus  ihren  Fesseln  treten,  bei  dem  Samen  zu  einem ¬
  individuellen  geworden  ist.
Was  die  Form  der  Cercarien  betrifft,  so  mag  sie
so  verschieden  sein,  als  man  will,  nie  kann  in  ihr
ein  Grund  der  Zufalligkeit  gesucht  werden,  da  diese
Verschiedenheit  von  der  Verbindung  mehrer  Infusorien
abhängt,  und  nicht  die  einzelne  Cercarià  zum  Thier
aufwachst.  Das  Vorfinden  der  Infusorien  in  andern
thierischen  Saften  ist,  weit  entfernt  ihre  Ueberflüssigkeit ¬
  zu  beweisen,  der  wichtigste  Beleg  für  ihre  Nothwendigkeit ¬
  in  der  thierischen  Masse.
Vom  Dasein  der  Cercarien  sei  dieses  genug,  aber
ob  der  männliche  Samen  zum  Blaschen  gelange,  ist
von  gröfster  Wichtigkeit.  Wenn  man  die  vielen  Hindernisse ¬
  betrachtet,  welche  ihm  in  den  weiblichen  Empfangungstheilen, ¬
  sowohl  der  Thiere  als  des  Menschen
begegnen,  so  hat  es  freilich  das  Ansehen,  als  könnte
er  entweder  nie  dahin  gebracht  werden,  oder  wenn
dieses  auch  hie  und  da  geschieht,  diese  Verbindung
eben  darum  nicht  nothwendig  ware.
            
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