und die Frage ist wohl nicht überflüssig, ob man jedesmal ¬
durch das Mikroskop, die obgleich daseienden
Puncte sehen könne, da dieses Sehen so sehr von
Umständen, Beleuchtung, Witterung, und wohl auch
von noch nicht bekannten Einflüssen, wie Electricität, -
Temperatur, Magnetismus, Galvanismus abhängt.
Wenn Spallanzani sie gewöhnlich sah, was berechtigte -
ihn anzunehmen, dass sie nichts zur Befruchtung ¬
beitragen, wenn er sie einmal nicht sah?
Zieht er doch gegen die Generatio aequivoca gerade damit ¬
zu Felde, dafs in jedem Tropsen Wasser, in jedem ¬
Lufttheilchen eine unendliche Menge Thierchen
oder ihre Eier, wenn auch gleich so klein, dafs sie
nicht durchs Mikroskop wahrgenommen werden können, ¬
seien, und nun läugnet er auf eine flüchtige Beobachtung ¬
ihr Dasein in einer Flüssigkeit, die sonst
immer davon angefullt ist.
Blumenbach, der allen Evolutionen den ersten
wahrhaft tödtlichen Streich beibrachte, nach dem sie
sicher nicht mehr aufleben, äusser in der Geschichte,
findet es unbegreiflich, wie man auf einer Seite die
Cercarien zu beseelten Keimen künftiger Menschen
und Thiere hinaufwürdigen, und auf der andern sie
aus dem Samen nach so vielen affirmativen umständlichen ¬
Versuchen weglaugnen dürfe, hält sie aber dabei ¬
als Bewohner einer stagnirenden Flüssigkeit, und
weil sie im Samen der verschiedensten Thiere sich
oft ähnlich, hingegen in dem der ähnlichen Thiere oft
verschieden gefunden werden, gleich den Infusorien
anderer Substanzen, für zufallige Gäste des Samens a).
a) Ueber den Bildungstrieb. S. 18. Instit. Physiolog. p.405.
Non autem, nisi in sano et prolifico semine reperiri di¬