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schreiben sollen, ist ja im Grunde völlig gleichgültig. Die
Bücher, die sie schreiben, beißen Niemanden, Jeder kann
ihnen aus dem Wege gehen; wer es nicht thut, wer sie kauft
und liest, hat den etwaigen Schaden sich selber zuzuschreiben.
Rein, mein Verehrtester, die Sache steht anders. Die schlechte
Waare verdirbt der guten den Markt. Ameier, Bmeier,
Cmeier und die übrigen Meier durchs ganze Alphabet hindurch ¬
bis zu Zmeier über Korrealobligationen, Naturalobligationen, ¬
untheilbare Obligationen u. s. w., rein vom
sublimen Standpunkte der „rein wissenschaftlichen Methode“
aus ohne die geringste Bezugnahme auf die Fälle und Bedürfnisse ¬
unseres heutigen Lebens, machen einen armen Praktiker ¬
zuletzt so kopfscheu, daß er im Unmuth schließlich der
ganzen Literatur den Rücken kehrt. Warum hat unsere deutsche ¬
Leinwandindustrie ihren früheren Absatz im Auslande so
gut wie eingebüßt? Antwort: weil die unsoliden Leineweber
Baumwolle unter das Leinen gemischt haben; die unsoliden
aber haben nicht bloß sich selbst, sondern auch die soliden
um den Absatz gebracht.
In unserer juristischen Literatur ist es ebenso. Die
schlechten Bücher verderben den guten den Markt. Wer
kauft denn noch Bücher?') Du lieber Gott! unter tausend
Juristen kaum Einer! Ich kenne juristische Bücher, wahre
Wunderwerke der Gelehrsamkeit, wie z. B. Buchholz über
Prälegate (700 Seiten!), von denen vielleicht kaum 50 Exemplare ¬
abgesetzt sein dürften, und ich bin überzeugt, in manchen ¬
deutschen Staaten wird sich von vielen juristischen
Werken auch nicht ein einziges Exemplar auftreiben lassen.
1) Ich meine nicht etwa Holzschuher's Theorie und Kasuistik und
derartige literarische Hausmannskost, auch nicht die Kompendien, sondern ¬
diejenigen, die nach Absicht und Ansicht ihrer Verfasser in den
Atherregionen der reinen Wissenschaft sich bewegen, die Luftballonsuntersuchungen, ¬
welche die ordinäre Welt tief unter sich lassen.