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Keim in ihm? Oder entsteht die Frucht erst nach der
Begattung aus der Vereinigung der Safte beider Geschlechter ¬
durch eine Art von Anschufs der Theilchen, ¬
wie es bei der Krystallisatioh der Mineralien
der Fall ist? Oder gar, schwimmen die Keime in
der Luft, dem Wassér umher, und sammeln sich nach
und nach in den Geschlechtstheilen, wo sie blofs ausgebrütet ¬
werden? Die thätigsten, gelehrtesten Physiologen ¬
theilten sich in die Auflösung dieser Fragen,
keine blieb ohne Anhänger, denn jede war nach den
bekannten Thatsachen möglich, jede zeigte Gründe
für sich.
Die heftigsten Vertheidiger der im Weibe vor der
Begattung geformten Keime, der Evolutions - Einschachtelungstheorie, ¬
waren in neuern Zeiten Bonnet ¬
q) Haller r), und Spallanzani s). Es herrscht eine
Genauigkeit und Wahrheitsliebe in ihren Versuchen,
und ein Geist in der Benutzung derselben für ihre
Meinung, der zum Bewundern hinreifst.
Diese Theorie behauptet, der Embryo liege schon
vor der Begattung als Miniatur aller seiner Organe im
weiblichen Blaschen, und zwar nicht nur der Embryo
für das nächste Thier, welches geboren werden soll,
sondern alle für alle künftigen Generationen in einander ¬
gesteckt, die durch den Reitz des Samens geweckt,
das mütterliche Blüt in sich eindringen lassen, das
aber nicht anders sie vergröfsert, als indem es zwi9) ¬
Considerations sur les corps organisés.
r) In seinen kleinen Werken, über die Entstehung des
Hünchens im Ei.
s) Dissert. di Fisica animal, e vegetab. etc. 1780 im zweiten -
Theile.