es finden, blickt schon hervor, und welche Wege
man seit den ersten Jahren der Philosophie von Ariſtoteles ¬
an bis auf heute zur Auflosung dieses Problems ¬
einschlug, sei Gegenstand des Folgenden.
Wenn man von dem Resultate wegsieht, dafs alles ¬
Entstehen, alles Wachsen und Gedeihen der Thiere ¬
nichts ist, als ein Ansetzen eines Urthierchens an
das andere, so sind die Zeugungstheorien, in denen
sich die Menschheit von jeher versuchte, leicht, begreiflliche ¬
Erscheinungen des rastlos suchenden Genies.
Man sah die meisten Thiere getrennt in zwei Geschlechter, ¬
man sah ihre Begattung, und das darauf
folgende Gebären, die Anatomie fand beim männlichen
Geschlechte einen Saft, den man Samen nennt, beim
weiblichen, auch in den Nicht- Eierlegenden, freilich
erst in spätern Zeiten, entdeckten Stenone, Regner de
Gragf und van Horne zuerst Eier, die graafischen Bläschen, ¬
in denen das neue Thier sich entwickelt. Fangen ¬
wir mit diesem Zeitpuncte an, da die ältesten Hypothesen ¬
wegen Mangel der Kenntniffe der Geschlechtstheile, ¬
und dem gänzlichen Unbekanntsein mit
den niedersten Thierchen schon für sich falsch, und
daher nur nebenbei zu berühren sind.
Welche möglichen Fragen drängten sich nicht um
diese, obgleich höchst wichtigen, doch zur Erklärung
des Geschäftes der Zeugung ganz unbestimmten Beobachtungen ¬
zusammen! Liegt der Keim zur künftigen ¬
Frucht in dem Thiere vor der Begattung? Liegt
er im männlichen Samen, oder im weiblichen Bläschen? ¬
Dient in diesem letzten Falle der Samen nur
zur Erregung des Blaschens, oder ernährt er den