Volltext : Oken, Lorenz: Die Zeugung

53
Wie  dringen  die  Eier  in  das  Hirn,  wie  in  die  Leber
der  Schafe?  Man  sagt,  durch  den  allgemeinen  Kreislauf, ¬
  aus  dem  sie  an  der  ihrer  Entwicklung  günstigen
Stelle  abgesetzt  werden:  Aber  warum  hat  das  Kind  die
Würme  des  Vaters  und  der  Mutter  nicht,  die  hingegen ¬
  wieder  bei  dem  Enkel  hervorkommen?  Sollten
die  Eier  durch  mehre  Generationen  im  Blute  umhergeschwommen ¬
  sein  ohne  Zersetzung,  um  sich  in  der  Leber ¬
  des  spätern  Enkels  ausbrüten  zu  lassen?  Ist  die
Leber  des  Vaters  nicht  auch  Leber,  wie  die  seines
Sohnes?  Doch  wollte  man  auch  diese  riesenhafte  Hypothese ¬
  gestatten,  wie  bringt  man  die  Eier  in  die  Blase ¬
  der  Blasenwürme,  in  denen  man  keine  Spur  von
Geschlechts  -  Organen  entdeckt?  Ich  will  nichts  von
den  Vogeleiern  sagen,  damit  man  nicht  auch  die
Wurmeier  schon  zuvor  in  den  Dotter  lege.  Auch  finden ¬
  sich  in  den  Insectenlarven  Würme,  wie  eine  Art
Filaria  1),  die  in  dem  ausgewachsenen  Insecte  nicht
vorkommen,  wie  konnten  sie  alse  forterben  ?
Eben  so  hat  man  die  Finne  (Cysticercus  finna  Zed.)
angeführt,  die  nur  im  zahmen  Schweine,  nicht  im
wilden  wohnt,  als  Beleg,  dafs  sie  erst  bei  der  Ausartung ¬
  entstanden,  und  wie  sich  Blumenbach  m)  ausdrückt, ¬
  nacherschaffen  ist.  Was  endlich  die  Unbe
greiflichkeit  ganz  vollendet.  so  giebt  es  ja  Lebendige
gebärende  Würme,  wie  der  Pfriemenschwanz  (Ascar.
Vermic.),  in  dem  Göze  n),  und  der  Kappenwurm  (Cucullanus -
  elegans),  in  dem  Rudolphi  o)  unzahlige  Junge
1)  Cuvier  Tableaux  de  l'histoire  natur.
m)  Handbuch  der  Naturgeschichte:  fünfte  Auflage.  S.  416.
n)  Versuch  einer  Naturgesch,  der  Eingeweidw.  S.  108.
o)  a.  a.  O.  St.  II.  S.  33.
            
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.

powered by Goobi viewer