Volltext : Oken, Lorenz: Die Zeugung

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Hülle  vor  der  Reifheit,  so  verfliefst  sie  in  Wasser,
vor  dem  schnellen  Eindrucke  der  mächtigen  Natur;
lafs  sie  ruhen,  sie  öffnet  sich  selbst,  und  fliegt  als
Schmetterling,  den  Kopf  ganz  zu  Auge  angeschossen,
der  ihn  nun  nicht  blendenden  Sonne  entgegen.
Das  O  als  O  schlechthin  (abgesondert  von  +
und  —)  hat  gar  kein  Prädicat,  es  ist  nicht  Etwas,  ist
nicht  Nichts,  nicht  positiv,  nicht  negativ,  nicht  Eins,
nicht  Vieles,  nicht  geformt,  nicht  ungeformt,  von  ihm
gilt  kein  Sein,  und  kein  Nichtsein,  es  ist  nicht,  und
ist  auch  nicht  nicht,  nicht  endlich,  nicht  unendlich,
es  ist  das  unaussprechbare,  wortlose  —  das  Absolute
ohne  alle  Bestimmung.
Ungeacht  t  dieses  Unbeschreibbaren,  Prädicatlosen
aber  schlechthin  Fassbaren  sieht  der  Mathematiker  doch
alles  in  ihm.  Bei  jedem  Beweise,  den  er  führt,  sei
es  Arithmetik  oder  Geometrie,  die  höhere  Mathematik ¬
  gar  nicht  zu  nennen,  beruft  er  sich  auf  die  Gleichheit ¬
  seines  Satzes  mit  dem  Absoluten:  a  —b,  a—b.
—  O.  b—  a—O,  oder  noch  reiner,  da  die  Buchstaben ¬
  noch  die  Flecken  der  Algebra  sind:  +—  —  O,
+—O+O,  am  eigentlichsten  aber
O—+,  wobei  ich  zugleich  auf  die
Unselbstständigkeit  des  —  aufmerksam  mache.  Dieses  ist
die  höchste  Reduction  der  Algebra.  So  sind  alle  Sätze
im  Zero,  ob  es  gleich  nicht  aus  dem  Zusammenflusse
aller  dieser  entstanden,  sondern  diese  aus  ihm  sich  absolut, ¬
  ohne  eine  praformirte  Form  irgend  eines  Einzelnen ¬
  evolviren,  eigentlich  aber  nicht  herausgewickelt
werden,  als  etwas  sohon  darin  gelegnes,  sondern
wirklich  aus  Nichts  erschaffen  werden.
            
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