Volltext : Oken, Lorenz: Die Zeugung

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glaubten.  Dass  ohne  Gährung,  ohne  Zutritt  der  Luft
keine  Infusorien  entstehen,  hingegen  auch  in  Gekochtem, ¬
  dafs  sie  so  verschiedene  Gestalten  annehmen,  je
nachdem  die  Infusion  der  Kälte  oder  Wärme,  dem
Lichte  oder  Schatten,  dem  Winde,  der  Electrizitat  etc.
ausgesetzt  wird,  ist  leicht  begreiflich,  und  ohne  alle
Einbildungskraft  überspannende  Zusammensuchung
von  hundert  Möglichkeiten  klar,  da  man  weiss,  wie
sehr  diese  Einflüsse  immer  die  Gährung  modificiren,
wodurch  bald  mehr,  bald  weniger  Infusorien  aneinan,
der  hängen  bleiben,  und  die  verschiedenen  Formen
in  der  nämlichen  Infusion  annehmen.
Wenn  alles  Fleisch  zerfallt  in  Infusorien, ¬
  so  läfst  sich  der  Satz  umkehren,  und
es  mussen  alle  höheren  Thiere  aus  diesen,
als  ihren  Bestandthieren  bestehen.  —  Wir
nennen  sie  daher  Urthiere,  von  denen  ich  behaupte, ¬
  (freilich  ohne  hier  Gründe  angeben  zu  können)
dafs  sie  bei  der  Schöpfung  eben  so  allgemein  und  unvertilgbar ¬
  entstanden,  als  Erde,  Luft,  und  Wasser,
dafs  sie,  wie  diese  Elemente  in  ihrer  Sphäre,  Elemente ¬
  in  der  organischen  Welt  sind,  und  nicht  blofs
den  Urstoff  der  Thiere,  sondern  auch  der  Pflanzen
ausmachen,  worin  ich  mit  Kircherus,  Highmor,
Buffon  u.  a.  zusammenkomme,  und  wofür  indessen  der
Uebergang  der  Infusorien  in  Tremellen,  und  dieser,
in  jene  der  Beleg  sein  mag:  sie  können  daher  in  diesem ¬
  weitern  Sinne  Urstoffe  des  Organischen  heissen.
Die  Verbindung  der  Urthiere  im  Fleische  ist  nicht
zu  denken,  als  etwa  eine  mechanische  Aneinanderklebung ¬
  eines  Thierchens  an  das  andere,  wie  ein  Haufen
            
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