Volltext : Oken, Lorenz: Die Zeugung

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und  setzen  sich  irgendwo  im  Uterus,  oder  wenn  es  ein
Ei  ist,  im  Weilsen  und  Dotter  als  Wurzel  in  der  Erde
an,  wodurch  ihm  Nahrung,  die  in  allen  Fällen  aus  Urthierchen ¬
  besteht,  zugefuhrt  wird,  während  der  tiefere,
dem  Nahrungsprocesse  (Chymismus)  symmetrische
Athmungsprocefs  Oxydation  ,  wie  im  Vogel  mittels
der  Athmungshaut,  so  hier  auch  mittels  der  Gefafse  des
Chorions  vor  sich  geht,  er  saugt  immer  mehr  durch
seine  noch  nach  der  Geburt  von  Chylus  strotzenden
Bruste  ein,  vergröfsert  sich  so  durch  das  Ansetzen  des
Honogenen  an  das  Homogene,  und  wird  endlich  so
stark,  dass  er  ein  selbstständiges  Leben  zu  führen  vermag. ¬
  Die  Aufsaugung  wird  immer  schwächer,  so  die
Aussonderung  des  Chylus  von  Seite  der  Mutter,  daher
die  chymische  Analyse  meistens  nur  Wasser  findet,  die
Bestimmung  des  Uterus  als  Brust  hört  auf,  der  Zuflufs
der  Safte  ist  geringer,  durch  diese  Aendrung  fängt  der
Uterus  an,  sich  zusammenzuziehen,  der  Fotus  wird
zum  Thiere  geboren,  und  trennt  sich  von  der  Mutter, ¬
  gar  nicht  anders,  als  wie  ein  Polyp  sich  von  seinem ¬
  Hauptstamme  ablost.  Dieser  ist  nichts  als  ein  getrenntes ¬
  Fortwachsen  eines  und  desselben  Polypen,  des
männlichen  Princips,  so  das  Kind  ein  wahres  Fortwachsen ¬
  seiner  Eltérn  aufserhalb  ihres  Körpers.  Das  ganze
Menschengeschlecht  ist  nur  ein  fortwurzelnder  Mann!
Auf  den  verschiedensten  Wegen  ist  sich  der  Gang
der  Natur  gleich.  —  Wir  haben  die  Erzeugung  des
Menschen  zurückgeführt  auf  die  Geburt  des  Wurms
und  das  Wesen  beider  Eins  gefunden.
Nullum  Vivum  ex  Ovo!
Omne  Vivum  e  Vivo!
            
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