Full text : Oken, Lorenz: Die Zeugung

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Es  fehlt  zwar  nicht  an  wichtigen  Mannern,  welche
dieses  laugnen,  vorzüglich  trat  Buffon,  freilich  nur
zum  Wohle  seiner  Hypothese  zu  dieser  Behauptung,
da  er  aber  selbst  nur  wenige  meistens  fremde  Erfahrungen ¬
  anführt,  so  ist  nicht  abzusehen,  wie  man  Graaf,
Haighton,  Hallern,  der  wohl  unter  allen  Anatomen  die
meisten  weiblichen  Leichname  in  dieser  Hinsicht  offnete, ¬
  und  die  meisten  Corpora  lutea  sah  k),  den  Glauben, ¬
  auch  gegen  Brugnonis  Maulesel  1)  verweigern
könne,  wenn  er  ausruft,  man  wird  in  der  ganzen  Welt
bei  einer  Jungfrau  nie  einen  gelben  Körper  finden!
Blumenbach  m)  giebt  zu,  dafs  ein  Blaschen,  zwar  nicht
durch  Phantasie,  wie  Roose  glaubt,  aber  durch  Friction ¬
  sich  ablösen  könne,  allein  wenn  man  den  Unterschied ¬
  zwischen  den  Eiern  der  Amphibien,  Fische  und
Vögel  (welche  sich  vor  der  Besamung  losreifsen)  und
den  Blaschen  der  Saugthiere  hiebei  in  Betrachtung  zieht,
so  kann  auch  dieses  nicht  zugegeben  werden.
Es  wurde  schon  gesagt,  dafs  das  Ei  sich  zum  Centralpuncte ¬
  der  Cicatricula,  die  ihren  Sitz  im  Weissen
sucht,  verhalte,  wie  der  Leib  des  Saugthieres  zum  Blaschen, ¬
  das  gleichermassen  Eiweifsstoff  in  sich  hat,  dass
mithin  der  Leib  des  Amphibions,  Fisches,  Vogels  im
Ei  eingeschlossen,  sich  wohl  vom  Eierstocke  ohne  Schak) -
  „Ich  habe  100  weibliche  Körper  geöffnet,  und  nur  etwa
zehnmal  Corpora  lutea  gesehn,  und  dieses  allemal  in
schwangern  etc.  Ich  glaube  nicht,  dafs  viele  Anatomen
werden  zehnmal  im  menschlichen  Körper  Corpora  lutea
gesehen  haben."
1)  Reils  Archiv  für  Ph.  B.  V.  H.  2.
m)  Kleine  Schriften  zur  vergleichenden  Physiologie  und  Anatomie ¬
  übersetat  von  Gruber,  8,  8.  13,  18.
            
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