210
Fortsetzuug der Scheide, und nicht als Absatz in sie
eingepflanzt ist.
Das Ocffnen des Mundes kann daher nicht
in den Reitz des Samens, denn dieser ist
noch nicht da, sondern mufs in das ihm zunächst ¬
Vorhergehende, in die Friction gesetzt ¬
werden; diese Behauptung steht um so fester,
da die Friction beim Manne der einzige Reitz ist, welcher ¬
die Ausstossung des Samens bewirkt; sollté sie
beim Weibe ohne Wirkung sein, sollte sie nicht grade
das Entsprechende des Samenergiessens, das Oeffnen
des Mundes bedingen?
Auch kann man die während des Beischlafes unabhängig ¬
von der Sameneinwirkung, oder auch auf blosse
Friction und selbst im Traume auf einmal und in beträchtlicher ¬
Menge erfolgende Ausleerung des Saftes in
die Scheide nirgends anders, als aus dem Oeffnen des
Muttermundes herleiten, auch wenn wir die Zeugnifse
sich selbst beobachtender Weiber nicht für uns hätten.
Denn käme er aus der Scheide wie viele wollen, so
könnte er nicht in vollem Gusse, und mit dem beträchtlichen ¬
Flüfsigsein hervorströmen, sondern müfste nach
und nach aussickern, wie es denn auch wirklich mit
dem Schleime in der Scheide, der nicht so flüfsig, sondern ¬
klebrig i) ist, geschieht. Sondert sich aber wähi) ¬
Casp. Barthol. a. a. 0. glaubt mit vielen andern, dass der
weibliche Begattungssaft wirklich aus einer Drüfse in der
Scheide, wie beim Manne aus der Prostata komme, aber
wenn er S. 22. selbst sagt; Presso hoc corpore (die Drüse)
viscidus et pituitosus exit humor, so ist es doch wohl deutlich, ¬
dafs er nur vom Scheideschleim spricht. Nach Blumenbach ¬
ist der Urspruug dieses Saftes noeh unbekannt,