Volltext : Oken, Lorenz: Die Zeugung

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männliche  Functionen,  denn  diese  ist  nichts  als  Samenabsonderung ¬
  in  den  Fötus,  der  die  wahre  Vesiculaseminalis ¬
  im  Weibe  ist.  Das  Gebären  ist  daher  die  einzige
und  eigentliche  Ejaculatio  seminis  des  weiblichen  Geschlechts, ¬
  und  so  ist  Zeugen  und  Gebäreh  schlechthin
Eins.  Das  erste  ist  ein  Gebaren  des  Mannes,  das
zweite  ein  Zeugen  des  Weibes.  Die  Fortpflanzung  ist
nur  eine  absichtslose  Folge  des  thierischem  Todes,  eine
Flucht  des  Bewohners  der  einstürzenden  Hütte.  Krankheiten, ¬
  in  denen  die  Cercarien  verschwinden,  sind
Hinderungsprocesse  des  natürlichen  Todes,  und  bringen ¬
  eben  daher  den  unnatürlichen  hervor.  Durch  die
Geschlechtstheile  entsteht  und  vergeht  das  Thier.  Es  ist
eine  tiefe  Idee  des  alten  Alkmaon,  und  selbst  einiger
Neuern,  bei  denen  sie  freilich  auf  eine  ungünstige  Art
sich  in  dem  Principium  medullare  et  corticale  wiedergiebt, ¬
  den  Samen  aus  dem  Hirn  absondern  zu  lassen;
das  Thierische  des  Thieres  ist  das  Hirn:—  der  Samen,
das  Lebendige  für  sich,  und  daher  eben  tödtend  für  den
Organismus,  wird  der  Krystallisationskerh,  um  den
sich  die  unorganische  Masse  sammelt,  er  aber  mächtiger ¬
  als  diese,  zwingt  sie,  ihn  nach  seiner  Willkür  umherzutragen; ¬
  In  den  Lithophyten  hingegen  ist  der  unorganische ¬
  Mann  mächtiger  als  das  Organische,  daher
bleibt  er  nach  seinem  Willen  stehn,  und  die  organischen ¬
  Fäden  müssen  sich  nach  ihm  bewegen  —  das  höhere ¬
  Thier  ist  ein  sich  bewegender  Lithophyt,
Nicht  das  Thier,  das  ihr  seht,  ist  das  Thierische,
es  ist  nur  der  wandelnde  Stamm  des  Thierischen  in  ihm,
das  mit  dem  Alter  der  Mannbarkeit  auszuziehen  strebt,
als  Samen  sich  allmälich  entfernt,  um  sich  ein  neues
            
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