206.
Geburt dem Weibe. Das Samenbilden, und die Schwangerschaft, -
das Zeugen und Gebären sind Eine und dieselbe ¬
Zerfallung des Thiers, ein Zerfliefsen der Alten
in die Jungen, das wahre Absterben — Zeugung —
Entzeugung: Morientes nascimur. Samenabsondern ist
der entgegengesetzte Procefs des Fötuswerdens; ist dieses ¬
der anfangende Organismus, so ist der Samen die
vollendete Masse, die alle Ausarbeitung des Leibes
durchgegangen ist, denn dadurch allein wird der Leib
reif zum Tode. — So der Nahrungssaft, der von der
Mutter zum Kinde geht, welcher durch die Milch sich
schon näher an die äufsere Nahrung anschliefst, und daher ¬
diese nicht alle Verarbeitungen des Organismus
durchzugehen hat, wovon auch die Empirie schon Spuren ¬
aufgewiesen. Die Samenabsonderung ist daher ein
allmaliches Absterben des Mannes, und die Schwangerschaft ¬
dasselbe des Weibes, wie diese durch den
Mann hervorgebracht, (sie ist nemlich ein Hilfsmittel
zur Rettung der lebenden Theile im sterbenden Weibe)
so stirbt das Weib nur durch den Mann — er giebt zuerst ¬
Leben und Tod.
Der Trieb zur Begattung ist daher kein Zwecktrieb
zur Fortpflanzung — er strebt nur, sich von der schon
statt habénden Ansteckung durch das sich bereits abgelöfste ¬
Lebendige in seinem Leibe los zu machen, daher
die Wollust. Der Mann strebt darum so sehr zum
Weibe, weil es allein ihm das Tödtende abnimmt, dieses ¬
so sehr zum Manne, weil durch die Befruchtung es
sich des Seinigen entledigen kann. Der Mann ist ursprünglich ¬
Samenabsondernd, das Weib wird es erst
durch den Mann, und erhalt so in der Schwangerschaft
Sinn va deede iu den Nalin unde derse in
mm Selsstfegl?