Volltext : Oken, Lorenz: Die Zeugung

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Dass.  die  Pollutionen  eines  gesunden  Menschen
nicht  krankhafte  oder  schädliche  Symptome  sind,  hat
Jänisch  ausführlich  gegen  Hildebrand  und  Markard
bewiesen  h);  wofür  sich  auch  die  Männer  Blumenbach,
Wrisberg,  Tissot  schon  lange  erklärt  haben.  Ob  aber
auch  der  dünne  Theil  des  Samens  aufgesogen  werde,
wie  Janisch  mit  Blumenbach  glaubt,  ist  immer  zu  laugnen, ¬
  so  lange  die  Brunst  der  Hirsche  nicht  ihre  ganze
Lebenszeit  dauert,  und  so  leicht  aus  Nervenaffection
zu  begreifen  ist.  Der  Samen  als  zum  Auswurf  bestimmter ¬
  Stoff  wird  in  gesundem  Zustande  so  wenig  aufgesogen, ¬
  als  der  Harn,  und  wenn  es  der  dünnere  Theil
kann,  so  kann  es  auch  der  dickere,  wenn  es  wahr  ist,
dass  Zähne  aufgesogen  worden  sind.
Wie  beim  Mädchén,  so  entwickelt  sich,  doch  etwas ¬
  später  der  Geschlechtstrieb  beim  Knaben,  und
karakterisirt  sich  durch  die  Samenbildung,
Diese  ist  eine,  ich  möchte  sagen,  durch  die  langsame ¬
  Bewegung  des  Blutes  in  den  Hodengefassen  bewirkte ¬
  lebendige  Fäulnifs,  durch  die  der  Organismus
sich  in  die  Infusorien  zersetzt,  die  in  der  Samenergiessung ¬
  vom  Körper  entfernt  werden,  und  nün  als  Gift  im
Weibe  dasselbe  Fäulungsprincip  hervorrufen,  welches
das  Blut  zersetzt,  und  seine  Bestandthiere,  wie  im
Manne  in  die  Samenblaschen,  hier  in  den  Fötus  führt,
bis  auch  dieser  als  das  allein  Lebendige  des  Leibes  der
Mutter  wieder  fortgetrieben  wird.  Wie  die  Begattung
dem  Manne  seinen  lebendigen  Leib  abnimmt,  so  die
h)  Auszüge  aus  den  neuesten  Prob  -  und  Einladungsschriften,
herausgegeben  von  Bouchholz  und  Becker.  B.  I.  St.  2.
S.  221.
            
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