Full text : Oken, Lorenz: Die Zeugung

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lichkeit  und  Weiblichkeit,  der  Wurm  aber  ist  dieses
mit  dem  Uebergewichte  der  Männlichkeit,  das  Insect
mit  dem  Uebergewichte  der  Weiblichkeit,  die  Schnecke ¬
  aber  ist  die  nächste  Verschmelzung  des  Wurms
und  des  Insects,  so  das  jedes  Individuum  ganz  Wurm
und  Insect,  d.  h.  Zwitter  ist,  aber  eben  darum,  weil
diese  beiden  Geschlechter  nicht  Geschlechter  Einer
Klasse  sind,  so  sind  sie  sich  immer  heterogen,  und
es  kann  nur  eine  wechselseitige  Begattung  statt  finden.
Man  könnte  hier  fragen,  warum  denn  die  Amphibien ¬
  nicht  auch  Zwitter  seien,  da  sie  doch  eine
Synthese  wie  die  Schnecken  repräsentiren,  aber  dieser
Einwurf  ist  leicht  abzulenken,  wenn  man  bemerkt,
dass  das  Ungleichgewicht  der  Geschlechter  in  den  höhern ¬
  Klassen  verschwindet,  und  der  Vogel,  obgleich
männlicher,  der  Fisch,  obgleich  weiblicher,  es  doch
nicht  mehr  so  stark,  wie  der  Wurm  und  das  Insect
sind,  dafs  sie  in  ihrer  Synthese  noch  eine  Duplicität
der  Individuen  hervorzubringen  vermöchten,  aber
ganz  rein  haben  sich  doch  wirklich  die  Amphibien
noch  nicht  gemacht,  und  es  beweist  noch  immer  einen ¬
  Streit  um  das  Gleichgewicht  der  Geschlechter,
dafs  die  Eidechsen  und  Schlangen  mit  doppelter  Ruthe ¬
  und  Scheide  versehen  sind,  und  so,  wie  die  Schnecken ¬
  eine  doppelte  Weiblichkeit  und  Männlichkeit
aber  alternatim  besitzen,  diese  in  Einem  Individuum
doppelt  männlich  oder  weiblich  sind.
Es  ist  nun  von  selbst  klar,  dafs  in  Thieren,  die
mehr  concentrirt,  mehr  individualisirt  sind,  d.  h.
mehr  die  Totalität  der  Natur  in  ihrer  Klasse  tragen,
als  die  Schnecken,  nie  mehr  Zwitter  werden  können,
            
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