Objekt : Oken, Lorenz: Die Zeugung

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Durch  dieses  Schema  ist  nun  das  Problem  gelöfst,
warum  das  Geschlecht  an  zwei  Individuen  gebunden
ist;  die  ganze  Natur  ist  nemlich  durchaus  nichts  als
ein  getrenntes  Geschlecht,  das  in  seinen  niedersten  Begattungen ¬
  die  Zwitter,  das  Wasser  und  das  Salz  als  den
ewigen  Coitus  der  Welt  erzeugt,  und  daher  kann  es
nirgends  in  der  Natur  ein  Individuum  geben,  dass  sich
selbst  befruchtete,  wenn  es  nemlich  zu  einem  Reiche
gehört,  wo  Männlichkeit  und  Weiblichkeit  an  Einem
Tage  erschaffen  d.  h.  wo  Thiere  erschaffen  wurden.
Die  Polypen  und  Pflanzen  befruchten  sich  nothwendig ¬
  selbst,  wenn  man  es  Befruchtung  nennen  will,
wo  nur  Ein  Geschlechtsfactor  sich  vermehrt,  aber  wo
eine  sogenannte  Selbstbefruchtung  statt  findet,  da  ist
keine  Foripflanzung  durch  Zeugung  mittels  männlicher
und  weiblicher  Principien  zugleich,  sondern  entweder
blos  polypenartig  durch  Sprossen,  wie  in  den  Nereiden, ¬
  Naiden,  Lumbricus,  oder  pflanzenartig  durch
ein  Produciren  von  Kernen,  die  sich  gleich  Eiern  absetzen, ¬
  wie  die  Aphiden  und  der  Wasserfloh,  welche
Erscheinung  dadurch  gelöft  ist,  dass  die  Würme  nachbildend ¬
  die  Polypen,  die  Insecten  aber  nachbildend  die
Pflanzen,  jene  durch  Ablösung  des  männlichen  Samens,
diese  durch  Eier  sich  zu  verewigen  suchen.
Im  eigentlichsten  Sinne  ist  diesé  Fortpflanzungsart ¬
  der  Thiere  und  das  sich  wieder  Ergänzen  der  ihnen
abgetrennten  Theile,  das  was  man  Reproduction  nennt.
Es  ist  offenbar,  dafs  die  Reproduction  beiden  Richtungen ¬
  der  Natur,  sowohil  der  weiblichen  als  der  männlichen ¬
  zukömmt;  aber  wie  das  Weibliche  sich  nur  erzeugt -
  mittels  des  männlichen,  so  liegt  der  Grund  aller
            
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