Volltext : Oken, Lorenz: Die Zeugung

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Mit  dem  männlichen  Character  hat  die  Natur  begonnen, ¬
  und  da  die  organische  Welt  nur  die  concentrirte ¬
  unorganische  ist,  so  ist  auch  die  männlichkeit  in
dieser  das  Erste,  sich  darstellend  in  dem  Reiche  der
Korallen,  neben  welchem  die  Weiblichkeit  als  Pflanze ¬
  fortläuft;  hier  ist  zwar  die  Männlichkeit  nur  an
Einen  Schöpfungsabschnitt  gebunden,  und  so  die  Weiblichkeit, ¬
  aber  beide  sind  noch  getrennt,  daher  suchte
die  Natur  auch  beide  in  Einer  Gebärung  hervorzubringen, ¬
  und  mit  dieser  entstand  das  Thier,  in  dem
Männliches  und  Weibliches  Eins,  Zwitter  des  Polypen ¬
  und  der  Pflanze  sind.  Das  Korall  ist  der  Mann
der  Pflanze,  diese  des  Koralls  Weib,  im  Thier  aber
ist  der  Mann  und  das  Weib  Thier,  keines  bedarf
eines  heterogenen  Einflusses  zu  seiner  Begattung,  es
befruchtet  sich  selbst.
Da  wo  die  Natur  anfangt,  nur  in  zwei  convergirenden ¬
  Reihen  auszulaufen,  heifst  sie  organisch,  wo
beide  Reihen  sich  scheiden,  entsteht  das  Thier,  als
der  brennende  Focus,  in  dem  die  convergirende  Stralen ¬
  sich  zur  Sonne  vermält  haben.  Wie  die  Natur
in  der  Production  der  Vernunft  Convergenz  ist,  so
ist  sie  nothwendig  gegen  den  Ansatzpunkt  ihres  Producirens ¬
  Divergenz,  und  zwar  natürlich  immer  eine
solche,  die  sich  anfänglich  nur  als  Divergenz  des
Geschlechts,  endlich  aber  selbst  als  Divergenz  des
einzelnen  Geschlechtsfactors  auspragt.
Begreiflich  ist  aber,  dass  ein  Geschlechtsfactor  zu
seiner  Lebendigkeit  nicht  mehr  fodert  als  eine  Synthese
zweyer  Glieder,  oder  dafs,  sobald  eine  solche  Syn¬
            
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