Volltext : Oken, Lorenz: Die Zeugung

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Diese  Metamorphose  ist  bei  einigen  Thieren  so  auffallend ¬
  ausgezeichnet  von  den  andern,  z.  B.  in  den  Insecten ¬
  und  den  Fröschen,  dass  ich.  mich  gemüssiget
sehe,  die  Betrachtung  dieser  zur  Vollstandigkeit  der
Zeugung  noch  hinzuzubringen.
Die  Metamorphose  der  Frösche  ist  ganz
verschieden  von  der  der  Insecten,  sie  dürfen ¬
  keineswegs  nach  einem  Princip  angesehen ¬
  werden.  Der  Frosch  ist  ein  Schmecksinnsthier,
Zunge  und  Mägen  sind  in  ihm  aufs  Höchste  gebracht,
diese  beiden  aber  sind  homolog  mit  den  Tastfäden  und
Lungen  der  Schnecken,  der  Frosch  sethst  ist  nur  eine
potenzirte  Schnecke.
Seine  Metamorphose  ist  daher  nur  eine  Wiederholung ¬
  der  ersten  Synthese  der  Thierwelt,  und  deswegen
tritt  er  zuerst  auf  unter  der  Form  der  Mollusken,  um
aus  dieser  Epoche  zu  den  Höheren  überzugehen.  Die
Kaulquappen  sind  wahre  Schnecken,  sie  haben  ihre
Kiemen,  welche  frei  hängen  an  den  Seiten  des  Leibes,
wie  ihr  es  in  Unio  pictorum,  in  Chama  gigas,  vor  deren
scheuslichen  Kiemenhaut  der  alte  Rumph  erschrak,
kurz  in  den  Bivalven  findet;  ja  sie  haben  sogar  eine
Art  Tentacula  an  den  Wärzchen  vorstellenden  Lippen,
und  viele  selbst  einen  Byssus,  wie  der  Mytulus  etc.  um
sich  dadurch  ans  Gras  festzuhängen,  wie  beides  Rösel
sehr  genau  beschreibt,  und  zum  Theil  abbildet.
Ihr  Schwanz  ist  wohl  nichts  anders,  als  der  Fuss
der  Schnecke,  welcher  bei  der  ferneren  Entwickelung
in  den,  dem  Eingeweidbeutel  der  Muscheln  gleichen,
Bauch  einschrumpft,  und  ohne  Zweifel  zur  Nahrung
dient,  wie  der  Dotter  den  Küchelchen.  Die  Kiemen,
            
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