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Der höhere Sinn des Tastens, der mithin ¬
dem Magen homologe, ist der Schmecksinn; ¬
über dessen Organ freilich aufser Haller, der
die Zunge in Schafen, nachdem die übrigen Theile
schon gebildet waren, den siebenten Tag nach Erscheinung ¬
des Embryo sah w), wenige Beobachtungen im
Embryo mir bekannt sid; aber desto auffallender ist
seine späte Ausbildung bei dem schon gebornen Kinde.
Wir haben nun die Entwicklungen des Embryo
begleitet von seinem Zustande als Polyp und Pflanze
durch die Organe des Rumpfes, des Kreislaufes, des
Aufsaugungssystems, und endlich durch die Organe der
Sinne bis zum Hirne; da nun die Thierklassen charakterisiret ¬
sind durch das Uebergewicht dieses oder jenes
Sinnes, so lafst sich die ganze Metamorphose noch so
beschreiben.
Im Gefühlsinn ist der Embryo dargestellt als Wurm,
daher denn auch die meisten Schriftsteller ihn dann mit
einer Galba vergleichen, im Auge als Insect und im
Tastsinne als Schnecke, im Hörsinn lebt er das Leben
des Vogels, es entsteht ihm ein Knochensystem, im
Riechsinne des Fisches, und im Schmecksinne endlich
des Amphibions.
Es ist nun die Entwicklung aller Organe sowohl im
Gesammtorganismus als im individuellen dargelegt,
wenige Worte werden zeigen, dass nicht Ein Organ in
der Natur sei, welches in der kleinen Natur nicht nachgebildet ¬
wäre; und zwar nicht blofs im Einzelnen, sondern ¬
auch in den Klassen, nicht blos in den Eingeweiden ¬
des Rumpfes, sondern auch des Kopfes mit dem
w) a. a, O. concept. et foet. ovium, S. 436.