Volltext : Oken, Lorenz: Die Zeugung

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ihr  die  Differenz  dieser  Stoffe  angeben  könntet,  nur
electrische  Stoffe  riecht  ihr,  die  zu  der  Sippschaft  des
Schwefels  gehören,  als  Kampfer,  Moschus,  ätherische
Oehle,  Wasserstoffgas,  Gewitterluft,  Phosphor  u.  d.gl.
oder  endlich  gar  die  Luft,  welche  durch  das  Reiben  des
Kupfers  electrisch  wurde,  von  dem  Geruche  bei  der
Electrisir  -  Maschine  nichts  zu  sagen.
Das  Riechorgan  wird  daher  später  als  das  Auge
ausgebildet;  beide  Organe  sind  Potenzen  der  pflanzlichen ¬
  Natur,  folglich  ist  das  weibliche  Princip  in  ihnen
vorherrschend.
Im  synthetischen  Wasser  ist  die  Formlosigkeit,
die  Tendenz  zu  allen  Formen  entstanden,  das  Organ,
in  dem  alle  Formen  möglich  sind,  und  das
eben  darum  alle  Formen,  und  nur  diese  auffasst, ¬
  ist  der  Tastsinn,  gebunden  an  bewegliche
Finger,  die  dadurch,  dass  sie  unter  sich  alle  Formen
ausdrücken  können,  allein  die  Formen  der  Körper  aufzufassen ¬
  und  zu  erforschen  im  Stande  sind.  Wie  das
Wasser  die  Synthese  der  Erde  und  der  Luft,  so  der
Tast  die  des  Gefühls  und  des  Auges,  der  Tastsinn  ist
das  fühlende  Aug,  oder  das  sehende  Gefühl.
Es  ist  hinlänglich  bekannt,  dass  die  Gliedmassen,
die  Träger  des  Tastsinns  im  Embryo  erst  später  zum
Vorschein  kommen.  In  den  Kaulquappen  treten  sie
erst  hervor,  nachdem  er  schon  lange  vorher  im  Wasser
umhergeschwommen,  wie  man  es  bei  Jacobäus,  Swammerdam ¬
  und  Rösel  nachsehen  kann,  bei  den  Säugthieren ¬
  aber  und  den  Vögeln  bestimmt  nach  der  Erscheinung ¬
  der  Unterlippe  oder  des  Unterschnabels,  und
der  Augen.
            
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