168
nothwendig das Organ, welches den abgesonderten
Harn aufbewahrt. Dieses gilt von allen Thieren,
folglich auch vom Menschen, sei es auch noch so
sehr bei ihm in das Kleine gezogen. Es ist lächerlich, ¬
dem Menschen die Allantois abzusprechen, besonders ¬
weil viele dabei glauben, ihn dadurch hoch
über die andern Thiere, die selbe besitzen, erhoben
zu haben. Unbestreitbar ist die Membrana media da
u), wovon jeder sich leicht überzeugen kann, niemand
wird läugnen, dafs sie nicht an der Stelle sei, wo
in den Thieren die Allantois ligt, warum sollte
sie daher nicht denselben Namen erhalten, obgleich
kein Harn in sie gelangt, wie es doch bei einigen
Thieren auch der Fall ist?
Klar ist es nun, wie die beiden synthetischen Processe ¬
des Embryo sich über seinen Leib hinauswagten, ¬
um alle ubrigen an demselben zu erschaffen.
So deutlich zeigt sich der Ursprung des Thieres
aus dem synthetischen Wasser. Die Lunge nemlich
ist als Mutterkuchen, oder als Chorion ausgesetzt, der
Magen aber als Amnion, in dem das Fruchtwasser
als Chylus durch die Zitzen des Fôtus aufgesogen wird,
grade so wie im Gekröse der Gebornen, denn unter ¬
Magen verstehe ich natürlich das Verdauungssystem, ¬
was keiner Erinnerung bedart. Dieses ist mit
ein wichtiger, Beweis von der Ernährung des Fötus ¬
durch Gefafse, nicht in der Nabelschnur, denn
diese hat keine, sondern gradezu im Fötus selbst,
wobei die Gröfse der Drüfsen, besonders der Brust
u) Needham Hoboken de secund. Human. Diemerbroek
Anat. corp. humani haben sie schon im vorletzten Jahrhundert ¬
genau beschrieben.
ut verten.