Volltext : Oken, Lorenz: Die Zeugung

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nothwendig  das  Organ,  welches  den  abgesonderten
Harn  aufbewahrt.  Dieses  gilt  von  allen  Thieren,
folglich  auch  vom  Menschen,  sei  es  auch  noch  so
sehr  bei  ihm  in  das  Kleine  gezogen.  Es  ist  lächerlich, ¬
  dem  Menschen  die  Allantois  abzusprechen,  besonders ¬
  weil  viele  dabei  glauben,  ihn  dadurch  hoch
über  die  andern  Thiere,  die  selbe  besitzen,  erhoben
zu  haben.  Unbestreitbar  ist  die  Membrana  media  da
u),  wovon  jeder  sich  leicht  überzeugen  kann,  niemand
wird  läugnen,  dafs  sie  nicht  an  der  Stelle  sei,  wo
in  den  Thieren  die  Allantois  ligt,  warum  sollte
sie  daher  nicht  denselben  Namen  erhalten,  obgleich
kein  Harn  in  sie  gelangt,  wie  es  doch  bei  einigen
Thieren  auch  der  Fall  ist?
Klar  ist  es  nun,  wie  die  beiden  synthetischen  Processe ¬
  des  Embryo  sich  über  seinen  Leib  hinauswagten, ¬
  um  alle  ubrigen  an  demselben  zu  erschaffen.
So  deutlich  zeigt  sich  der  Ursprung  des  Thieres
aus  dem  synthetischen  Wasser.  Die  Lunge  nemlich
ist  als  Mutterkuchen,  oder  als  Chorion  ausgesetzt,  der
Magen  aber  als  Amnion,  in  dem  das  Fruchtwasser
als  Chylus  durch  die  Zitzen  des  Fôtus  aufgesogen  wird,
grade  so  wie  im  Gekröse  der  Gebornen,  denn  unter ¬
  Magen  verstehe  ich  natürlich  das  Verdauungssystem, ¬
  was  keiner  Erinnerung  bedart.  Dieses  ist  mit
ein  wichtiger,  Beweis  von  der  Ernährung  des  Fötus ¬
  durch  Gefafse,  nicht  in  der  Nabelschnur,  denn
diese  hat  keine,  sondern  gradezu  im  Fötus  selbst,
wobei  die  Gröfse  der  Drüfsen,  besonders  der  Brust
u)  Needham  Hoboken  de  secund.  Human.  Diemerbroek
Anat.  corp.  humani  haben  sie  schon  im  vorletzten  Jahrhundert ¬
  genau  beschrieben.
ut  verten.
            
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