Volltext : Oken, Lorenz: Die Zeugung

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ten  Convulsionen  ein,  das  Antlitz  wird  blau,  das
Blut  treibt  wieder  in  die  Nabelschnur,  wobei  das  Kind
sich  entweder  verblutet,  oder  wenn  die  Unterbindung
stark  genug  ist,  apoplectisch  stirbt.  Das  Blutströmen
in  die  Nabelschnur  halt  man  für  einen  Wink  der  Natur ¬
  zum  Aderlassen,  und  rath  daher  dieses  ohne  weiters ¬
  an,  weil  man  meint  dadurch  den  aufgehobnen
Kreislauf  wieder  herzustellen,  was  denn  oft  auch  geschieht, ¬
  Die  Spuren  des  gleichen  Schlagflusses  zeigt
das  Kind,  dem  die  Nabelschnur  um  den  Hals  gewunden ¬
  war,  wobei  man  unüberlegt  genug  ist  zu  sagen, -
  die  Drosseladern  werden  geschnürt,  und  dadurch
der  Kreislauf  aufgehoben.  Aber  welche  Ader  wird
denn  erdrosselt,  wenn  das  Kind  auf  der  Nabelschnur
reitet,  oder  diese  vorgefallen  ist?  Es  wird  daher  wohl
wahr  sein,  dafs  nicht  der  Hals,  sondern  die  dicht  um
ihn  geschlungene  Nabelschnur  erdrosselt  werde.
Kaum  hat  das  Kind  den  ersten  Schrei  in  die  Welt
gethan,  so  steht  der  Geburtshelfer  oder  die  Hebamme
schon  mit  Faden  und  Scheere  bereit,  deniselben  die
Nabelschnur,  die  Luftröhre  abzuschneiden.  Kurz  darauf ¬
  wird  das  Athmen  unterbrochen,  das  Blut,  in  der
Gabel  der  Aorte  nun  weniger  oxydirt,  mufs  defswegen -
  wieder,  in  die  Nabelarterien  dringen,  und  würde
sicher  wieder  in  der  Placenta  Sauerstoff  aufnehmen,
und  so  das  in  der  Lunge  unterbrochene  Athmen  ersetzen,
wenn  nicht  die  Nabelschnur  unterbunden,  und  die
Placenta  desoxydirt  wäre.  Hier  erkennet  nun  den
praktischen  Nutzen  der  Naturphilosophie,  die
euch  durch  Schelling  gegeben  wurde,  und  höret  fie,
wenn  sie  euch  räth,  um  das  Leben  von  Tausenden  zu
            
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