165
als erfoderlich ist, nemlich durch die Oxydation der
Placenta, es versteht sich, dafs kein Druck auf die
Nabelschnur die Circulation hemmen darf. Einigermassen ¬
würde dieser Anzeige schon entsprochen werden, ¬
wenn an die Placenta nur frische Luft gebracht
würde, bis man Zeit gewonnen hätte, den Oxydationsprocefs ¬
durch Dämpfe von Essig oder von mineralischen ¬
Säuren zu unterhalten, worüber zuvor an
Thieren Erfahrungen zu machen sind.
Da die Athmungsgefasse des Chorions nirgends
mit den mütterlichen anastomosiren, und es schon an
sich höchst ungereimt ist, zwei Thiere, zwei Herzen
von Einem Kreislaufe beherrschen zu lassen, so ist
wohl in den meisten Fallen der Blutflufs bei Ablösung ¬
der Placenta auf Rechnung einer kränklichen
Verbindung derselben mit dem Uterus durch vorhergegangene ¬
Entzündung zu schieben, wofür Beobachtungen ¬
von Baudelocque s), aber bestimmter von E.
v. Siebold 1) sprechen; man ist daher durchaus nicht
befugt, auf einen Uebergang des Blutes von der Mutter -
zum Kinde zu schliefsen, welches einen wichtigen
Einflufs auf die Behandlung dieser Blutergiessungen,
und die Unterbindung des mütterlichen Antheils der
Nabelschnur hat.
Man schlagt kein Buch auf, das über die Geburtshilfe ¬
handelt, ohne Beispiele zu lesen von Erstickungen ¬
nach der Geburt. Das Kind athmet einige Minuten; ¬
Viertelstunden etc. leicht fort, unversehens treL ¬
2
) Am a. O. 478.
6) Lucina B. II. St. I. S. 125.