Full text : Oken, Lorenz: Die Zeugung

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als  erfoderlich  ist,  nemlich  durch  die  Oxydation  der
Placenta,  es  versteht  sich,  dafs  kein  Druck  auf  die
Nabelschnur  die  Circulation  hemmen  darf.  Einigermassen ¬
  würde  dieser  Anzeige  schon  entsprochen  werden, ¬
  wenn  an  die  Placenta  nur  frische  Luft  gebracht
würde,  bis  man  Zeit  gewonnen  hätte,  den  Oxydationsprocefs ¬
  durch  Dämpfe  von  Essig  oder  von  mineralischen ¬
  Säuren  zu  unterhalten,  worüber  zuvor  an
Thieren  Erfahrungen  zu  machen  sind.
Da  die  Athmungsgefasse  des  Chorions  nirgends
mit  den  mütterlichen  anastomosiren,  und  es  schon  an
sich  höchst  ungereimt  ist,  zwei  Thiere,  zwei  Herzen
von  Einem  Kreislaufe  beherrschen  zu  lassen,  so  ist
wohl  in  den  meisten  Fallen  der  Blutflufs  bei  Ablösung ¬
  der  Placenta  auf  Rechnung  einer  kränklichen
Verbindung  derselben  mit  dem  Uterus  durch  vorhergegangene ¬
  Entzündung  zu  schieben,  wofür  Beobachtungen ¬
  von  Baudelocque  s),  aber  bestimmter  von  E.
v.  Siebold  1)  sprechen;  man  ist  daher  durchaus  nicht
befugt,  auf  einen  Uebergang  des  Blutes  von  der  Mutter -
  zum  Kinde  zu  schliefsen,  welches  einen  wichtigen
Einflufs  auf  die  Behandlung  dieser  Blutergiessungen,
und  die  Unterbindung  des  mütterlichen  Antheils  der
Nabelschnur  hat.
Man  schlagt  kein  Buch  auf,  das  über  die  Geburtshilfe ¬
  handelt,  ohne  Beispiele  zu  lesen  von  Erstickungen ¬
  nach  der  Geburt.  Das  Kind  athmet  einige  Minuten; ¬
  Viertelstunden  etc.  leicht  fort,  unversehens  treL ¬
  2
)  Am  a.  O.  478.
6)  Lucina  B.  II.  St.  I.  S.  125.
            
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