Volltext : Oken, Lorenz: Die Zeugung

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Luft  und  Schwefel,  deren  Seelen  Feuer  und
Electricität  sind.  Die  Pflanze  ist  daher  das
Universum  mit  dem  Uebergewichte  der  Expansion, ¬
  der  Luft  und  des  Schwefels,  des
Feuers  und  der  Electricität,  der  Gesetze  des
Kreises,  welche  sich  in  ihr  zur  Korolle  und  zum  Blatte
organisirt  haben.  Wie  die  Erde  das  Korall  gebar,  so
die  Luft  die  Pflanze.
Die  Pflanze  ist  entgegengesetzt  dem  Polypen,  also
dem  eigenen  Blutumlaufe,  sie  führt  kein  eigenes  selbstständiges ¬
  Leben,  und  hat  das  Princip  ihrer  Bewegung
aufser  ihr,  ihr  Herz  liegt  in  der  Erde  ;  in  so  fern  der
Embryo  Pflanze  wird,  giebt  er  Wurzeln  von  sich,  im
Vogelei,  im  Saugthier  aber  öffnet  er  nur  seine  Hautorgane, ¬
  die  Rinde,  um  aus  dem  ihn  umgebenden  Eiweise
seine  Nahrung  zu  saugen,  und  so  das  eigene  Leben  vernichtend, ¬
  ein  erborgtes  zu  führen,  die  wahre  Einwurzlung ¬
  aber  geschieht  durch  die  Zotten  des  Chorions.
Das  Einsaugen  der  Pflanze  ist  eine  Function,  der
Oberfläche,  der  Rinde:  in  dieser  Epoche  des
Embryo  wird  also  sein  Hautorgan  gebildet; ¬
  indem  er  seine  Nabelgefafse  verlängert,  entsteht
ihm  die  Leber,  denn  diese  ist  es  zunächst,  woraus  ein
Theil  jener  entsteht:  dass  die  Leber  in  dieser  Epoche
entwickelt  sei,  folgt  schon  aus  dem  Dasein  der  Nabelgefässe -
  selbst,  wer  sich  aber  durch  bestimmte  Erfahrungen ¬
  davon  überzeugen  will,  der  sehe  es  nach  in  Harvey ¬
  und  den  unzähligen  genauen  Beobachtungen  Hallers: ¬
  Das  Hautorgan  ist  das  Nachbild  der
Luft,  die  Leber  das  des  Schwefels,  und  wie
das  erste  Organ  des  Gesammtorganismus  seiner  expan¬
            
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