Full text : Oken, Lorenz: Die Zeugung

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bald  Leimbeutel,  bald  Hode  genennt  wird,  vielmehr
gestehen  sollten,  dass  wir  dadurch  in  eine  grössere  Verwirrung ¬
  geratheu  sind,  als  man  zuvor  darin  war,  besonders ¬
  wenn  man  noch  nach  dem  abentheuerlichen
Abschiefsen  des  Liebespfeiles  fragt,  der  freilich  des
grossen  Aufhebens  nicht  werth  ist,  das  man  von  ihm
machte,  wenn  man  einsehen  wird,  dass  er  weiter  nichts
bedeutet,  als  das  Operculum  der  Mündung  der  Zeugungstheile, ¬
  das  bei  dem  Hervorstrecken  dieser  nicht  wunderbarer ¬
  herausfallt,  als  das  Operculum  des  Häuschens,
wenn  die  Schnecke  auskriecht,
Unter  den  zweihäufsigen  Pflanzen  aber  herrscht  so
viele  Unregelmässigkeit,  dass  es  kaum  Slämme  giebt,
auf  denen  man  nicht  beiderlei  Geschlechtstheile  finden
könnte;  also  durch  die  Entreme,  obgleich  sie  gerne  zugegeben ¬
  werden  dürften,  leidet  der  Satz,  die  Pflanzenwelt -
  ist  Zwitter,  die  Thierwelt  ist  es  nicht,  oder  wenn
man  es  im  philosophischen  Sinne  nimmt,  die  Infusorien ¬
  sind  männlich,  die  Pflanzen  weiblich,
die  Thiere  aber  Zwitter,  noch  keine  erwiesene ¬
  Ausnahme.
Wir  haben  den  Embryo  begleitet,  als  er  Polyp,
und  lange  als  er  Pflanze  war,  bald  sehen  wir  ihn  Thier
werden  bei  der  Geburt,  wo  er  seine  Wurzeln  aus  der
Erde  losreifst,  und  nun  sich  selbst  dieser  bemächtigt,
um  sie  als  Speise  dem  Magen  zum  Sklaven  zu  geben.
Die  Pflanze  ist  von  der  Erde,  diese  aber  vom  Thier
getragen.
Der  Fötus  ist  aber  unter  jeder  Form  seines ¬
  Seins  das  ganze  Thier,  nur  ist  er  zuerst
Thier  unter  der  Gestalt  des  Polypen,  dann  unter  der
            
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