Volltext : Oken, Lorenz: Die Zeugung

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Dioikisten  definirt;  aber  dort  gab-es  Extreme  in  der
Trennung  der  Geschlechter,  und  so  hier  in  ihrer  Vereinigung. ¬

Die  Schnecken  fand  man  als  sonderbare  Zwitter,
sie  sind  getrennte  und  vereinigte  Geschlechter  zugleich,
wie  ungefähr  die  Trioikisten;  in  vielen  sei  es  jedoch  getrennt, ¬
  besonders  in  den  zweihornigen  Seeschnecken,
und  in  den  Sepien.  Von  den  kopflosen  Schnecken  glaubt
man,  sie  befruchteten  sich  selbst,  wozu  man  meistens
blofs  dadurch  verleitet  wurde,  weil  sie  sich  theils  nicht
von  der  Stelle  bewegen  können,  wie  die  Austern,  was
jedoch  nach  Dicq-mare's  Beobachtungen  falsch  ist,  oder
weil  sie  durch  die  Schalen  sich  begatten  können,  denn
was  die  Anatomie  hierüber  bekannt  macht,  berechtigt
doch  währlich  nicht  zu  dieser  Meinung,  da  man  im
ganzen  soviel  als  nichts  dadurch  weifs.  Wenn  Poli  behauptet, ¬
  es  finde  sich  kein  anderes  Geschlechtsorgan,
als  der  ästige  Eierstock,  so  gilt  doch  dieses  nur  von  denen, ¬
  die  er  anatomirte,  und  gar  nur  in  denen  er  wirklich ¬
  Eier  fand.  Auch  könnte  man  noch  einwenden,
dafs  die  Männchen,  nicht  durch  den  Trieb  eine  bequeme ¬
  Wohmung  für  die  Eier  zu  suchen  gezwungen,  sich
meistens  tiefer  halten,  oder  auch  wohl,  dass  ihre  Hoden ¬
  dem  Eierstocke  ähnlich  geformt  sind.  Der  milchartige ¬
  Saft,  welcher  die  Eier  im  Ueberflusse  umgiebt,
und  sie  auch  aufser  dem  Leibe  noch  umhullt,  um  selbe
an  Felsen  fest  zu  kleben,  wird  doch  niemand  mit  Poli
für  den  männlichen  Samen  halten,  der  zu  etwas  höhern
bestimmt  ist,  als  zu  einem  blossen  Leimsafte.  Ueberdies ¬
  hat  ja  Poli  einige  Eingeweide  gefunden,  deren
Zweck  er  nicht  kennt,  wie  das  weisse  im  Bauche  mehrer ¬

            
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