Volltext : Oken, Lorenz: Die Zeugung

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maligen  Individuen,  sind  möglich,  und  können  auch
als  Einsicht  in  die  verwickelsten  Umstände  oft  gelingen,
aber  allgemeine,  fün  jedes  Individuum  ohne  Unterschied ¬
  passende  Regeln  sind  charlatanmäfsige  Universalarzneien, ¬
  nur  ersonnen  zum  Gewinne,  und  zur
Schande  der  Naturforschung.
Aus  denselben  Gründen  ist  es  klar,  dass  die  Gatten
einer  fruchtlosen  Ehe,  wenn  sie  sich  mit  andern  verbinden, ¬
  beide  ihre  géglaubte  Unvermögenheit  oft  verlieren, ¬
  und  der  Mann  mit  einem  andern  Weibe  Kinder
erzeuge,  und  so  das  Weib  von  einem  andern  Manne
empfange.
Der  Charakter  des  Weibes,  seine  Denkungsart,
Leidenschaften,  wirken  auf  dem  Embryo,  und  bringen ¬
  Aehnlichkeiten  in  ihm  hervor.  Der  Beweis  dagegen, -
  dass  das  Kind  mit  der  Mutter  nicht  durch  Nerven ¬
  in  Verbindung  stehe,  ist  nur  ein  Beweis  der  ungeschickten ¬
  Voraussetzung,  als  wenn  dergleichen  Aenderungen ¬
  im  Kinde  durch  Nerveninfluenz  geschehen
müfsten  1).  Dieses  weitlauftiger  auszuführen  ist  unnöthig. ¬

Das  Thier  als  solches  ist  die  höchste  Synthese  der
Infusorien,  und  der  Pflanze,  kein  zweifaches,  sondern
cin  durchaus  identisches,  was  sich  als  Nervensystem
ausbildet;  da  es  aber  eben  darum,  weil  es  Synthese  der
Infusorien  und  der  Pflanze  ist,  auch  Duplicität  ist,  so
ist  es  zugleich  auch  Geschlecht.
1)  J.  U.  Th.  Schäffer  Diss.  Fetus  cum  matre  per  nervos  commercium. ¬
  Erlangà  1775.  und  Hallers  grofse  Physiologie.
B.  8.
            
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