Volltext : Oken, Lorenz: Die Zeugung

141
Grade  der  Differenz  der  beiden  Principien  im  Weibe.
Auch  das  weiblichste  Weib  kann  doch  Knäbchen  erzeugen ¬
  —  denn  es  erzeugt  als  Pflanze  das  Geschlecht  —
wenň  nemlich  das  Princip  des  Mannes  sie  überwiegt:
aber  wenn  auch  die  Principien  beider  gleich  sind,  so
wird  das  Weib  doch  ein  Knabchen  erzeugen,  weil  ihre
eingeborne  Männlichkeit  das  Gleichgewicht  stört.  Die
vielgebärenden  Thiere  können  nach  demselben  Grundsatze ¬
  nach  Einer  Befruchtung  doch  in  den  Embryonen
verschiedene  Geschlechter  determiniren,  denn  jeder
Theil  des  Organismus  hat  seine  eigene  Energie.
Die  Energie  des  Mannes  hängt  von  der  Quantität
der  in  den  Uterus  kommenden  Urthierchen  und  von
ihrer  eignen  Intensitat  ab,  denn  sonst  ist  nichts  da,  wovon ¬
  sie  abhängen  könnte;  eben  so  die  des  Weibes  von
der  Beschaffenheit  des  aus  dem  Blute  abzusondernden
Eiweisses;  da  nun  dieses  so  sehr  von  den  zufalligen  Umständen, ¬
  von  der  Bildung,  Höhe  und  dem  Stande  des
Muttermundes  und  der  Scheide,  vom  Verhaltnisse  dieser ¬
  beiden  zu  der  Ruthe,  von  der  Weite  der  Oeffnung
des  ersten,  von  der  fortstossenden  Kraft  der  letzten,
von  dem  Grade  der  Wollust,  dem  Wohl-  oder  Uebel
befinden,  der  Lage  etc.  und  von  unnennbaren  Kleinigkeiten ¬
  abhängt,  so  ist  es  schlechterdings  unmöglich,
alles  dieses  in  ein  normales  Verhältnifs  zu  bringen,
weil  man  ja  den  Bau,  die  Lebensart,  die  ganze  innere
Organisation  im  Individuellen  nicht  kennt,  und  wenn
man  dieses  auch  wüfste,  durch  welche  Mittel  ware  zu
helfen?
Allgemeine  ärzlliche  Heilplane,  entworfen  durch
das  genaue  Studium  aller  betreffenden  Theile  der  jedes¬
            
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.

powered by Goobi viewer