Volltext : Oken, Lorenz: Die Zeugung

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Im  philosophischen  Sinne  ist  daher  nur
im  Thiere  Geschlecht,  nur  es  ist  Zwitter;
denn  es  allein  hat  männliche  und  weibliche  Organismen, ¬
  da  in  allen  andern  Lebendigen  nur  das  eine,  oder
das  andere  gebildet  liegt.  Das  Infusorium  ist  nur  halbes ¬
  Geschlecht  und  eben  daher  gar  keines,  und  so  die
PHlanze.  Alles  auf  der  Erde,  was  nicht  Thier
ist,  ist  geshlechtslos.  Die  Staubfaden  sind  in  der
Thät  kein  wahrhaft  Männliches,  sondern  nur  das  Männliche ¬
  unter  der  Form  der  Weiblichkeit,  sie  sind  das
in  der  Corolle,  was  die  Clitoris  in  der  Vulva  ist.  Was
daher  geschlechtslos  ist,  ist  kein  Thier.
Dieses  ist  endlich  der  höchste  Beweifs  von  der  nothwendigen ¬
  Getrenntheit  des  männlichen  und  weiblichen
Geschlechts  im  Thiere,  eben  weil  in  ihm  beide  Geschlechter ¬
  gleichmächtig  ausgewirkt  sind.  Das  Geschlecht ¬
  ist  seinem  Wesen  nach  getrennte  Mannheit
und  Weibheit,  und  man  kann  nicht  fragen,  warum  in
dem  Thierreiche  die  beiden  Geschlechter  an  zwei  Individuen ¬
  vertheilt  sind,  hingegen  in  den  Pflanzen  meistens ¬
  nur  an  Eines.  Das  ist  keine  Geschlechtsfunction, ¬
  wo  sie  an  Ein  Individuum  gefesselt -
  sein  soll,  es  ist  nur  ein  Fortpflanzen  desselben
durch  Ableger.  Im  Menschen  ist  die  Trennung  und
zugleiche  Vereinigung  am  vollkommensten  erreicht,  da
er  die  höchste  Totalität  ist,  in  der  die  Polypen  und
Pllanzenwelt  auf  die  vollkommenste  Weise  verbunden
sind.  Mann  und  Weib  sind  der  vollkommenste  Zwitter, -
  und  aufser  ihnen  gibt  es  keinen.
Producirt  das  männliche  Geschlecht  immer  ins  Unendliche ¬
  nur  sich  selbst,  so  mufs  es  auch  überall,  wo
            
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