Volltext : Oken, Lorenz: Die Zeugung

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das  Positive,  jene  das  Negative,  er  Linie,  sie  Kreis,
oder  wenn  ich  die  wahre  Potenz  dieser  Figuren  nennen
solle,  er  Konus,  sie  Sphärc.
Das  weibliche  Geschlecht  ist  halb  Weib,
und  halb  Mann  im  Weiblichen,  denn  es  ist
Pflanze;  daher  erhalt  es  männliche  Functionen,  sobald
seine  Weiblichkeit  in  ihm  durch  die  Begattung  getilgt
ist,  es  verabscheuet  nun  den  Geschlechtsgenufs,  und
beginnt  die  Nahrung  für  den  Embryo  abzusondern,
welches  ein  wahres  Infusorienabsetzen,  folglich  ein
Samenbilden,  ein  Mannwerden  ist,
Das  männliche  Geschlecht  ist  durchaus
Mann,  denn  es  ist  einfache  Geschlechtsfunction,  nicht
Zwitter,  nicht  Pflanze,  folglich  geht  kein  weibliches,
Princip  in  es  ein.  Die  Brustwarze,  welche  sich  im
männlichen  Geschlecht  findet,  ist  nicht  zurückgeblieben ¬
  aus  dem  weiblichen  Charakter,  sondern  ist  dem
Weibe  vielmehr  vorgebildet,  da  die  Milch  sich  zum
Jungen  verhält,  wie  Erde  zur  Pflanze,  folglich  wieder
wie  Männliches  zu  weiblichem,  denn  das  Weib  wird
ganz  männlich,  sobald  es  empfangen  hat,  nur  vor  der
Empfangnifs  ist  es  Weib.  Eigentlich  aber  ist  die  Brust
weder  männlich  noch  weiblich,  sondern  ein  generelles,
und  wie  sich  einst  zeigen  wird,  beiden  Geschlechtern,
hochst  nothwendiges  Organ  aller  Individuen  der  nichtcierlegenden ¬
  Thiere.
Das  männliche  Geschlecht  ist  durch  sich  selbstständig, ¬
  es  bedarf  nicht  geweckt  zu  werden  zu  seiner  Geschlechtsfunction, ¬
  denn  es  ist  ursprünglich  Infusorienabsondernd: ¬
  das  Weib  wird  es  erst  durch  die  Begattung,
die  eine  blofse  Folge  der  schon  unabhängig  vorausge¬
            
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