Volltext : Oken, Lorenz: Die Zeugung

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zum  Vogel,  Fische,  und  findet  seine  zweite  Ruhestatte ¬
  im  Amphibion.  Endlich  erreicht  er  durch  die
Geburt  die  wahre  Erlösung  von  der  Verdammnifs  an
das  Todte,  das  Gebiet  der  Säugthiere,  der  Embryo
mag  in  eine  Klasse  gehören,  welche  es  sei.
Man  denke  hiebei  doch  nicht,  als  folgten  diese
Zustände  arithmetisch  auf  einander,  die  eben  so  verschwinden, ¬
  wie  sie  kommen,  der  Fôtus  ist  in  jedem
Momente  alles  zugleich,  dié  Natur  des  Polypen  wie
die  der  Pflanze  begleitet  ihn,  bis  ans  Ende  seiner  Verschlossenheit ¬
  in  dem  Schoofse  der  Mutter,  nur  mit  abwechselnden ¬
  Uebergewichte  der  Naturen.
Der  Embryo  ist  in  der  Welt  des  Polypen  begraben,
so  lange  er  frei  in  dem  Uterus  oder  im  Eiweifse  ohne
alle  Verbindung  durch  Gefalse  hängt.  Dieser  thierische
Polyp  ist  identisch  in  sich,  und  eine  geschlofsene  Welt
seinem  thierischen  Theile,  nach,  denn  seinem  Sein
überhaupt  nach  ist  er  mit  dem  Schleime,  oder  dem  Eiweisse ¬
  umgeben,  wie  der  unthierische  Polyp  vom  Wasser. ¬
  Später  ist  seine  Masse  eine  körnichte,  durchscheinende ¬
  Gallerte,  ohne  alle  Differenz,  wie  es  alle  Physiologen ¬
  lehren.
In  dem  Momente,  wo  er  Gefafse  zu  treiben  versucht, ¬
  geht,er  von  der  Natur  des  Polypen  über  in  die
Pflanze,  er  ist  gesaet  in  die  Erde,  in  die  er  seine  Wurzeln ¬
  verlangert,  und  sich  als  Sklave  hingiebt,  um  Nahrung ¬
  zu  erhalten.  Dieser  Zustand  dauert  bis  zur  Geburt. ¬
  Im  Ei  ist  diese  Einwurzelung  in  das  Eiweis,  und
den  Dotter,  beim  Insecte  blofs  in  das  Eiweifs,  beim
Saugthiere  aber  ist  diese  Abhangigkeit  von  einem  fremden ¬
  Boden  beinahe  gänzlich  verschwunden,  die  Nah¬
            
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