Volltext : Oken, Lorenz: Die Zeugung

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Da  der  Dotter  in  diesen  Thieren  zur  Milchproduction ¬
  sich  erhoben  hat,  so  kann  kein  Thier,  das
seine  Jungen  nach  Art  der  Saugthiere  zur  Welt
bringt,  gefunden  werden,  welchem  die  Zitzen  abgehen,
und  wenn  es  Home  vergönnt  war,  die  wichtigsten
Entdeckungen  im  anatomischen  Baue  des  Ornithorhynchus ¬
  zu  machen,  aber  keine  Zitzen  zu  finden,  so
ist  diese  Entdeckung  einem  spätern  Zootomen  aufbewahrt. ¬
  Wie  es  ein  durchgängiges  Gesetz  ist,  dass  der
Vogel,  der  Frosch  und  der  Fisch  sich  nach  dem  Ausschliefen ¬
  von  dem  in  ihre  Bauchhöle  getretenen  Dotter ¬
  ernähren,  bis  sie  fremder  Nahrung  fähig  werden,
so  kann  das  Säugthier  sein  Leben  nur  durch  das  Einsaugen ¬
  der  Milch  fristen.  Es  giebt  kein  zitzenloses ¬
  Lebendige  gebärendes  Thier.
Alle  zitzenlosen  Thiere  stehen  auf  einer
niedrigern  Stuffe  als  die  Säugthiere,  sie  haben ¬
  die  Cicatricula,  das  Eiweifs,  die  Milch  sammt
dem  Uterus  in  ein  Behältnifs  eingeschlossen,  das  aus
der  organischen  Verbindung  mit  ihnen  tritt,  und,  der
Pflanzenwelt  wegen  dieser  Niedrigkeit  näher,  der  Ausbrütung ¬
  eines  fremden  Elementes,  der  Wärme  der
Erde  überlassen  wird;  sie  produciren  ihre  Eier,  welche ¬
  sie  gleichviel  ob  in  ihrem  Eigange  selbst  oder
in  einem  Neste,  oder  wohl  gar  verlassen  in  der  Erde
und  dem  Wasser  der  eigenen  Entwicklung  preis  geben ¬
  —  Eierlegende  Thiere.
Kein  eierlegendes  Thier  kann  Zitzen
haben;  denn  es  kann  ja  keinen  doppelten  Dotter  haben; ¬
  was  Zitzen  hat  ist  nicht  Fisch,  nicht  Amphibion,
nicht  Vogel,  wie  man  es  ehemals  von  den  Wallthie¬
            
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