114
denn die Kügelchen in seinem Innern gleichen so genau ¬
den Körnchen der Polypen, als es nur Beispiele
von Gleichheiten geben kann. Wem aber etwa gar
hiebei die sogenannten geschlechtslosen Bienen Termiten ¬
und Ameisen einfallen sollten, als müssten sie
dem aufgestellten Gesetze gemäss aus dem Reiche der
Thiere verbannt sein, den muss ich anweisen, Swammerdams ¬
Anatomie der Bienen, und Latreille's Untersuchungen ¬
über denselben Gegenstand nachzuschlagen,
sollten die Gründe der Wissenschaft ihn noch nicht
gerührt haben.
Es giebt überall kein geschlechtsloses
Thier, ein solches ist ein barer Widerspruch; ¬
der weibliche Charakter hat sich in der
Biene nur gespalten, ein Theil hat die Bläschenstöcke,
den Uterus das Empfangen, und das Geschäft des Legens ¬
in sich aufgenommen, der andere aber den Dotter, ¬
das Milchorgan, das Geschäft der Bebrütung und
Ernährung. Erstes ist die Königinn, das zweite die
Arbeitsbiene, als die individualisirte Brust ihrer
Schwester.
Dass diese wirklich halbe Weibchen sind, beweist ¬
nicht blofs die Anatomie, sondern auch die den
Bienenfreunden allgemein bekannte und benutzte Erfahrung, ¬
dass, wenn die drei oder vier Zellen der Königinnlarven ¬
zerstöret sind, die Arbeitsbienen wieder
vergrösserte Zellen bauen, und von ihren Eiern hineintragen, ¬
die dann auch zu vollkommenen Legbienen ¬
werden. Jedes nicht männliche Ei, welches die
Königinn legt, besitzt daher die Kraft, sich zu einem
vollkommenen Weibchen zu entwickeln; nur die er-