Volltext : Oken, Lorenz: Die Zeugung

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denn  die  Kügelchen  in  seinem  Innern  gleichen  so  genau ¬
  den  Körnchen  der  Polypen,  als  es  nur  Beispiele
von  Gleichheiten  geben  kann.  Wem  aber  etwa  gar
hiebei  die  sogenannten  geschlechtslosen  Bienen  Termiten ¬
  und  Ameisen  einfallen  sollten,  als  müssten  sie
dem  aufgestellten  Gesetze  gemäss  aus  dem  Reiche  der
Thiere  verbannt  sein,  den  muss  ich  anweisen,  Swammerdams ¬
  Anatomie  der  Bienen,  und  Latreille's  Untersuchungen ¬
  über  denselben  Gegenstand  nachzuschlagen,
sollten  die  Gründe  der  Wissenschaft  ihn  noch  nicht
gerührt  haben.
Es  giebt  überall  kein  geschlechtsloses
Thier,  ein  solches  ist  ein  barer  Widerspruch; ¬
  der  weibliche  Charakter  hat  sich  in  der
Biene  nur  gespalten,  ein  Theil  hat  die  Bläschenstöcke,
den  Uterus  das  Empfangen,  und  das  Geschäft  des  Legens ¬
  in  sich  aufgenommen,  der  andere  aber  den  Dotter, ¬
  das  Milchorgan,  das  Geschäft  der  Bebrütung  und
Ernährung.  Erstes  ist  die  Königinn,  das  zweite  die
Arbeitsbiene,  als  die  individualisirte  Brust  ihrer
Schwester.
Dass  diese  wirklich  halbe  Weibchen  sind,  beweist ¬
  nicht  blofs  die  Anatomie,  sondern  auch  die  den
Bienenfreunden  allgemein  bekannte  und  benutzte  Erfahrung, ¬
  dass,  wenn  die  drei  oder  vier  Zellen  der  Königinnlarven ¬
  zerstöret  sind,  die  Arbeitsbienen  wieder
vergrösserte  Zellen  bauen,  und  von  ihren  Eiern  hineintragen, ¬
  die  dann  auch  zu  vollkommenen  Legbienen ¬
  werden.  Jedes  nicht  männliche  Ei,  welches  die
Königinn  legt,  besitzt  daher  die  Kraft,  sich  zu  einem
vollkommenen  Weibchen  zu  entwickeln;  nur  die  er-
            
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