107
in einem solchen Keim alle Theile des Individuums
im unendlich kleinen (individuell praformirt) — vorhanden ¬
sind, sondern nur, dass in demselben eine Mannigfaltigkeit ¬
von Tendenzen enthalten ist, die sich, sobald ¬
sie — (jede einzelne) — in Thätigkeit gesetzt werden, ¬
nach allen zum voraus schon bestimmten Richtungen ¬
entwickeln müssen. Denn alle Mannigfaltigkeit -
von Organen und Theilen zeigt doch nichts anders,
als die Mannigfaltigkeit der Richtungen, in welchen
der Bildungstrieb auf dieser bestimmten Entwickelungsstuffe ¬
zu wirken gezwungen ist. Alle Bildung geschieht ¬
daher durch Epigenese“
f).
Vergleichen wir hier unsre Theorie mit den übrigen, ¬
so wird nicht nur ihr Eingreifen in sie alle deutlich, ¬
sondern sie beweist sich auch zugleich, was ihr
grössester Triumph der Wahrheit ist, als das innige
Zusammenschmelzen aller, aus welcher Vermischung
sie als Stamm hervorgewachsen.
Sie vertheidigt die generatio equivoca, insofern die
Infusorien aus der Zerfallung der Organisation ohne
Zeugung entstehn, sie läugnet sie als Product einer Verbindung ¬
unorganischer Stoffe, oder wenn sie Frösche,
Mäuse zu erzeugen wagt, sie neigt sich zur Entsthehungstheorie ¬
der Ovisten und Animalculisten, indem
ihre Infusorien seit dem Beginnen der organischen
Welt präformirt liegen, sie ist ihr unhold, da die Infusorien ¬
nicht durch Vergröfserung von Innen heraus,
sondern durch Aneinanderschiefsen zum Embryo werden; ¬
sie ist Panspermist, wenn sie die Speisen als Infuf) ¬
Schelling in seinem ersten Entwurf eines Systems der
Naturphilosophie. 8. 57.