Full text : Oken, Lorenz: Die Zeugung

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in  einem  solchen  Keim  alle  Theile  des  Individuums
im  unendlich  kleinen  (individuell  praformirt)  —  vorhanden ¬
  sind,  sondern  nur,  dass  in  demselben  eine  Mannigfaltigkeit ¬
  von  Tendenzen  enthalten  ist,  die  sich,  sobald ¬
  sie  —  (jede  einzelne)  —  in  Thätigkeit  gesetzt  werden, ¬
  nach  allen  zum  voraus  schon  bestimmten  Richtungen ¬
  entwickeln  müssen.  Denn  alle  Mannigfaltigkeit -
  von  Organen  und  Theilen  zeigt  doch  nichts  anders,
als  die  Mannigfaltigkeit  der  Richtungen,  in  welchen
der  Bildungstrieb  auf  dieser  bestimmten  Entwickelungsstuffe ¬
  zu  wirken  gezwungen  ist.  Alle  Bildung  geschieht ¬
  daher  durch  Epigenese“
f).
Vergleichen  wir  hier  unsre  Theorie  mit  den  übrigen, ¬
  so  wird  nicht  nur  ihr  Eingreifen  in  sie  alle  deutlich, ¬
  sondern  sie  beweist  sich  auch  zugleich,  was  ihr
grössester  Triumph  der  Wahrheit  ist,  als  das  innige
Zusammenschmelzen  aller,  aus  welcher  Vermischung
sie  als  Stamm  hervorgewachsen.
Sie  vertheidigt  die  generatio  equivoca,  insofern  die
Infusorien  aus  der  Zerfallung  der  Organisation  ohne
Zeugung  entstehn,  sie  läugnet  sie  als  Product  einer  Verbindung ¬
  unorganischer  Stoffe,  oder  wenn  sie  Frösche,
Mäuse  zu  erzeugen  wagt,  sie  neigt  sich  zur  Entsthehungstheorie ¬
  der  Ovisten  und  Animalculisten,  indem
ihre  Infusorien  seit  dem  Beginnen  der  organischen
Welt  präformirt  liegen,  sie  ist  ihr  unhold,  da  die  Infusorien ¬
  nicht  durch  Vergröfserung  von  Innen  heraus,
sondern  durch  Aneinanderschiefsen  zum  Embryo  werden; ¬
  sie  ist  Panspermist,  wenn  sie  die  Speisen  als  Infuf) ¬
  Schelling  in  seinem  ersten  Entwurf  eines  Systems  der
Naturphilosophie.  8.  57.
            
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