Volltext : Oken, Lorenz: Die Zeugung

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das  Blaschen,  und  nichts  anderes,  als  die  Typus  gebende
Kraft  dieses  bestimmten  Thiers,  wie  die  Niere  die  Harnbildende ¬
  Function,  mittels  der,  aus  dem  vorher  harnlosen ¬
  Blute,  wirklich  Harn  mit  seiner  bestimmten  Form
abgeschieden  wird.  Und  wie  die  Galle  nur  verändertabgesondert ¬
  wird  durch  eine  krankhafte  Stimmung  der
Leber,  oder  eine  veranderte  Mischung  des  Blutes,  so
können  Misgeburten  auch  nur  hervorgebracht  werden
durch  ein  krankes  Blaschen,  durch  Verwachsung  desselben ¬
  mit  einem  andern,  durch  Fehler  des  Samens  u.
d.  gl.,  was  alles  hier  herzuzählen  Ueberflufs  ist.
Wenn  ich  von  der  Form  des  Bläschens  rede,  so  ist
sie  nicht  zu  denken,  als  da  liegend  gleich  einem  hohlen ¬
  Modell,  in  das  die  Samenthierchen  gegossen  würden. ¬
  Das  Formen  der  Natur  ist  kein  Bossiren,  sie
durchdringt  lebendig  das  Innerste  der  Atomen  der  Materie ¬
  und  schichtet  diese  in  ihre  Winkel  und  Ringe  von
Innen  heraus,  wte  der  magnetische  Strom  dem  Eisenstaube ¬
  die  regelmässige  Richtung  giebt,  oder  die  Chymie ¬
  das  flüssige  Salz  zum  Krystall  macht.
Eben  daher  ist  es  gleichgültig,  ob  viele  oder  wenige
Urthiere  in  das  Blaschen  gelangen,  da  die  Form  nicht
weit  und  nicht  eng  ist,  in  jedem  Falle  wird  dem,  was
da  ist,  der  ganze  Typus  aufgedrückt,  das  fernere
Wachsthum  wird  ersetzt  durch  das  Blut  der  Mutter,
das  als  Chylus  in  die  Hohle  des  Amnions  abgesetzt
wird.  Die  wenigen  Tropfen  Samen,  welche  einspritzen,
reichen  daher  überflüssig  hin,  zum  Embryo  geformt
zu  werden.  Ihr  habt  deswegen  nicht  zu  fürchten,  dafs
einige  Organe  weniger  erzeugt  werden,  wie  ihr  es  mit
Grunde  gegen  Highmor  und  Buffon  erinnert,  wenn
            
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