Object : Oken, Lorenz: Die Zeugung

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ten  weiblichen  von  Hippokrates  c)  bis  Des  Cartes  d)
vorbrachte,  ist  langst  von  Graaf  widerlegt.  Er  zeigte, ¬
  was  nun  eine  bekannte  Sache  ist,  dass  der  Saft,
den  die  weiblichen  Geschlechtstheile  unter  dem  Beischlafe ¬
  ergiefsen,  blosser  zum  Schlüpfrigmachen  der
Scheide  bestimmter  Schleim  ist,  den  ich  aus  spätern
Gründen  für  eine  Folge  des  sich  öffnenden  Muttermundes ¬
  zu  halten  mich  befugt  glaube;  aber  ware  er
auch  wirklich  Samen,  warum  fliefst  er  aus  der  Scheide ¬
  fort?  Wie  kann  so  aus  ihm  eine  Zeugung  erfolgen? ¬
  und  wozu  dienten  dann  die  Bläschen  im  Stocke?
Das  Treffendste,  was  über  die  Vermischung  gesagt ¬
  worden  ist,  gehört,  wenn  auch  nicht  allein,  unstreitig ¬
  zunächst  dem  Albertus  Magnus,  der  die  Entstehung ¬
  des  Kindes  aus  der  Verbindung  des  Samens
mit  der  Monatblüte  beschreibt,  was  als  secundarer
Moment  der  Zeugung  ganz  wahr  ist.
Buffons  erhabne  Theorie  kann  einigermassen  hieher ¬
  gerechnet  werden.  Dieser  Mann,  überall  grofs,
c)  Buch  von  dem  Zeugungssafte  übersetzt  von  Grimm  1792.
B.  4.  S.  431.  Empfängt  die  Frau,  so  fliefst  der  Zeugungssaft -
  nicht  heraus,  weil,  nachdem  sich  der  Muttermund
von  der  Feuchtigkeit  zusammengezogen  hat,  das,  was
von  dem  Manne,  und  das,  was  von  der  Frau  herrührt,
Einmal  ist  der  Zeugleichförmig ¬
  vermischt  wird.  —
gungssaft,  den  die  Frau  von  sich  gelassen  hat,  kräftiger,
und  ein  andermal  schwächer,  und  eben  so  auch  der  vom
Manne.  Es  hat  aber  der  Mann  einen  Mädchen-  und  einen ¬
  Knabensamen  bei  sich,  und  eben  so  die  Frau.  (der
Verfasser  dieser  Schrift  soll  Polybus  sein)  Auch  Empedokles, ¬
  ein  Schüler  des  Pythagoras  war  dieser  Meinung.
d)  De  format.  foetus.  Das  übrigens  wenig  werth  ist,  und
kaum  auf  uns  gekommen  wäre,  wenn  es  nicht  Des  Cartes ¬
  geschrieben  hâtte.
            
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