Full text : Frank, Friedrich Anton: Fassliche Anweisung zur Zeichnung der Netze für Erd- und Himmelskugeln, sowie für die gewöhnlichsten Projektionsarten der Planisphären, Welt- und Land- und Sternkarten

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Europa  der  35ste  oder  56ste,  man  sich  die  Kugel  so  gewendet ¬
  denken  muß,  daß  der  55ste  oder  36ste  Meridian
in  die  Achse  des  Sehwinkels  kommt,  der  sich  sodann  unter ¬
  dieser  Bedingung  richtig  als  eine  gerade  Linie  dar
stellen  wird.  Der  bloße  Hinblick  zeigt  den  gewaltigen
Unterschied  zwischen  dem  Netze  der  orthographischen  und
stereographischen  Projection,  obgleich  beyde  Karten
nach  vorgegebener  Länge  und  Breite  ausgeschnitten
wurden,  und  beyde  Planisphären  nach  einem  und  dem
nähmlichen  Maßstabe  entworfen  sind.  Welches  Bild
könnte  man  sich  in  der  orthographischen  Projection  von
dem  nördlichen  Theile  Europens,  der  ungemein  zu
sammen  gedrängt  ist,  wohl  entwerfen?  —  Die  steres
graphische  zeiget  lange  nicht  diese  Mängel,  aber  entwirft ¬
  auch  nichts  weniger,  als  ein  getreues  Bild;  je
doch  finden  für  den  Entwurf  der  Tropenländer  beyde
Arten,  mehr  aber  die  stereographische,  ihre  Anwendung. ¬
  Aus  diesem  geht  hervor,  daß  man,  um  den
Zweck:  die  Theile  der  Erde  in  ihrer  verhältnißmäßigen ¬
  Größe  und  Verbindung  unter  sich  zu  entwerfen,
von  der  sogenannten  perspectivischen  Projectionsart  abgehen, ¬
  und  zu  andern,  die  man  unperspectivisch
heißt,  seine  Zuflucht  nehmen  müsse.  In  den  folgenden ¬
  Paragraphen  soll  nun  die  Anleitung  zur  Verzeichnung ¬
  der  Netze  für  General-  und  Specialkarten
gegeben  werden.
            
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