Diese Tabelle zu verstehen, darf man nur bemerken, ¬
daß der Halbmesser eines Kreises mit jeder Chorde
dieses Kreises in einem gewissen Verhältnisse stehe, das
heißt, wie das Maß vom Halbmesser eines Kreises bekannt ¬
ist, so läßt sich durch Rechnung die Größe jeder
Chorde eben dieses Kreises finden. Hier wurde der
Halbmesser, der jedesmahl der Chorde von 60 Graden
gleich ist, in 1000 gleiche Theile getheilt, und so kommen ¬
z. B. auf die Chorde eines Bogens von 47 Graden, ¬
797 solcher gleicher Theile, deren der Halbmesser
1000 hat.
§. 9.
Will man nun einen gegebenen Winkel bce Fig.
IV. messen, d. i. untersuchen, wie viele Grade er habe,
so beschreibe man zwischen seinen Schenkeln einen Bogen, ¬
der 1000 Theilen des Maßstabes gleich ist (der
Halbmesser bc wurde hier zur Ersparung des Raumes ¬
kleiner als AC Fig. VI. genommen); nehme mit
dem Zirkel die Länge der Chorde bg, und trage sie
auf den Maßstab. Fände man nun das gefundene
Maß genau in der Chordentabelle, so hätte der Winkel ¬
genau die nebenstehende Anzahl Grade; fiele die
Zahl des Maßes aber zwischen zwey Chordenzahlen, so
wäre dieses ein Zeichen, daß der Winkel nebst den Graden ¬
der kleineren Chordenzahl noch Minuten, wohl auch
Secunden darüber haben müsse. Man habe z. B. die
Chorde bg von 918 Theilen gefunden, so hätte der
Winkel bce 54 ganze Grade und noch was darüber;