Volltext : Spallanzani, Lazzaro: Versuche über die Erzeugung der Thiere und Pflanzen

78  I.  Abh.  Erster  Abschnitt.  Sechstes  Kapitel.
Sechstes  Kapitel.
Bemerkungen.
§.  93.
Mein  Endzwek  in  vorhergehender  Abhandlung  ist  dieser =
  gewesen,  alles  was  ich  durch  Versuche  gefunden
oder  entdekt  habe,  mit  der  aufrichtigsten  Wahrheit  zu
erzählen,  ohne  alle  eingemischte  Bemerkungen,  welche
die  Erzählung  nur  unterbrochen  haben  würden.  Ich
will  aber  nunmehr  die  Bemerkungen,  welche  ein  großes
Licht  über  den  Gegenstand  meiner  Untersuchung  verbreiten ¬
  werden,  hinter  einander  anführen.  Wer  wolte
wohl  zweifeln,  daß  philosophische  Betrachtungen  nicht
die  Seele  der  Naturforschung  wären?
Erste  Bemerkung.
Ist  es  nicht  ein  höchst  merkwürdiger  Umstand,  daß
beinahe  alle  Thiere,  den  Menschen  ausgenommen,  eine
festgesezte  Zeit  im  Jahre  zu  ihrer  Fortpflanzung  haben?
Es  ist  bekant,  daß  die  Katzen  ihre  bestimte  Begattungszeit ¬
  im  Monath  September,  Jänner  und  May
haben:  die  Wölfe  und  Füchse  im  Januar,  die  Hirsche
im  September  und  Oktober:  der  Sommer  aber  ist  bestimt, ¬
  eine  sehr  große  Menge  Fische  und  Vögel  zur  Begattung ¬
  zu  reizen.  Herbst  und  Frühling  sind  die  beiden ¬
  Jahrszeiten,  in  welchen  das  unaussprechlich  große
Insekten=Heer  sich  vermehrt.  Diese  leztere  Classe  von
Thieren  ist  Veränderungen  unterworfen,  welche  die  erstern =
  nicht  erfahren.  Wenn  die  Jahrszeiten,  wegen
eingefallner  Hitze  oder  Kälte,  von  der  natürlichen  Ordnung ¬

            
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