Volltext : Spallanzani, Lazzaro: Versuche über die Erzeugung der Thiere und Pflanzen

76  I.  Abh.  Erster  Abschnitt.  Fünftes  Kapitel.
federn,  die  Salamander  aber  behalten  solche  lange
Zeit;  ich  habe  selbige  noch  im  August  an  den  Thieren
angetroffen.
§.  91.
Aber  sind  denn  die  kleinen  runden  Körper,  die
man  gemeiniglich  Eier  nent,  wahre  Früchte?  (Foetus)
Vielleicht  sind  sie  es  erst  dann,  wenn  sie  aus  dem  Körper =
  der  Mutter,  und  mit  der  Saamenfeuchtigkeit  des
Männgens  benezt  worden  sind;  vielleicht  aber  sind  es
schon  Früchte  in  den  Kanälen  der  Eierstökke;  wovon  wir
gewiß  wissen,  daß  der  Saamen  des  Männgens  nicht  dorthin =
  gelangen  kan.  Ich  bin  aufs  zuverläßigste  überzeugt,
daß  diese  Körpergen  wahre  Thiere  sind,  selbst  alsdann,
wenn  man  sie  aus  den  innersten  Theilen  der  Eierstökke
nimt;  ob  sie  gleich  in  diesem  Falle,  wegen  mangelnder
Befruchtung  mit  dem  männlichen  Saamen,  nicht  entwikkelt =
  noch  belebt  werden.  Meine  Leser  werden  dieser
Ueberzeugung  beipflichten,  wenn  ich  ihnen  sage,  daß
ich  mit  den  befruchteten  und  unbefruchteten  Salamandereiern =
  alle  die  mühsamen  Untersuchungen  gemacht,
die  ich  mit  den  Larven  der  Frösche  und  Kröten  nach
§.  18.  angestellt  hatte,  und  nicht  den  mindesten  Unterschied =
  bemerkt  habe.  Das  ist  es  auch,  was  mich  noch
mehr  auf  den  Schluß  bringt,  daß  diese  Thiere  schon  als
Embryonen  in  Mutterleibe  liegen  müssen,  ehe  sie  noch
von  dem  Männgen  befruchtet  werden.
§.  92.
Ich  habe  von  zwei  Arten  der  Salamander,  die  im
§.  77.  beschrieben  worden,  und  die  ich  jede  für  sich  unter¬ =

            
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