Volltext : Spallanzani, Lazzaro: Versuche über die Erzeugung der Thiere und Pflanzen

Zeugungsgeschichte  des  Wasser=Salamanders.  67
nunmehr,  daß  aus  den  ersten  5  oder  6  Eiern  wirklich
nach  einiger  Zeit  Junge  auskrochen;  dahingegen  die
später  gelegten  Eier  unfruchtbar  blieben.
Ich  öffnete  ein  Weibgen  gleich  nach  der  Begattung, ¬
  nahm  die  Eier  aus  ihren  Röhren  und  legte  sie
ins  Wasser,  so  daß  diejenigen,  welche  nahe  an  der
Oeffnung  des  Afters  gelegen  hatten,  in  einem  besondern ¬
  Gefäße  aufbewahrt  wurden.  Nur  diese  brachten
Junge,  alle  übrigen  blieben  unfruchtbar.  Ob  nun
gleich  diese  Beweise  höchst  einleuchtend  sind,  will  ich
doch  noch  einen  andern  hinzusetzen.
Die  Art  von  Salamandern,  welche  einen  kleinen
goldgelben  Streiffen  auf  dem  Rükken  hat  §.  77.,  legt
ihre  Eier  nicht  einzeln,  wie  die  andre,  sondern  in  Schnuren, ¬
  welche  bisweilen  zwei  Zoll  lang  sind,  und  ohngefähr =
  zehn  Eier  enthalten.  Nachdem  ein  Männgen  dieser ¬
  Art  mit  einem  Weibgen  gelaicht  hatte,  öffnete  ich
des  Weibgens  Unterleib,  und  nahm  die  Eier  aus  den
Röhren  derselben;  sie  klebten  vermittelst  des  Schleims
zusammen,  und  stellten  zwei  Schnuren  vor,  welche
beim  After  in  ihrer  Vereinigung  einen  Winkel  machten;
diese  kleinen  Schnüre  von  Eiern  legte  ich  ins  Wasser,
und  bemerkte  mit  einem  Faden  den  Theil  der  Schnur,
der  zu  erst  zum  Vorschein  gekommen  war.  Diejenigen
Eier,  die  sich  an  diesem  Theile  und  zunächst  an  selbigem ¬
  befanden,  waren  befruchtet,  alle  übrige  aber
unfruchtbar.
§.  85.
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