Volltext : Spallanzani, Lazzaro: Versuche über die Erzeugung der Thiere und Pflanzen

Zeugungsgeschichte  des  Wasser=Salamanders.  65
öfters  wiederholte  Verspritzen  der  Saamenfeuchtigkeit, ¬
  hängt  größtentheils  vom  Temperament,  Alter
und  Lebhaftigkeit  dieser  Thiere  ab.
§.  83.
Ich  habe  in  dem  81sten  Paragraph  angenommen,
daß  die  Befruchtung  durch  den  nahe  bei  dem  Weibgen
versprizten  Saamen  des  Männgens  bewirkt  werde:
das  will  ich  izt  beweisen:  allein  man  wird  es  noch  deutlicher ¬
  begreifen,  wenn  ich  zuerst  von  den  Eierstökken,
deren  Röhren  und  den  Eiern  selbst  etwas  gesagt  haben
werde.
Wenn  man  den  Unterleib  eines  SalamanderWeibgens ¬
  eröffnet,  findet  man  zu  jeder  Jahrszeit  zwei
Eierstökke  mit  einer  Menge  Eiern  angefüllt,  die  weiß
und  noch  viel  kleiner  als  der  Hirse  ohne  Schale  sind;
sie  schwimmen  nicht  etwan  im  Eierstokke,  sondern  sind
an  dessen  Seiten  angewachsen;  bei  Annäherung  des
Frühlings  vergrößern  sie  sich  unmerklich,  und  wenn  sie
zur  Begattungszeit  nun  völlig  reif  geworden  sind,
so  senken  sie  sich  hinab  in  die  Röhren  des  Eierstoks,
(welches  zwei  weisse  Kanälgen  sind)  die  sich  von  den
Vorderfüssen,  (les  bras)  bis  zum  Anfange  des  Schwanzes =
  erstrekken:  sie  werden  nur  durch  den  Rükgrad  von
einander  abgesondert.  Beide  bestehen  aus  einer  Menge
kleiner  Falten,  die,  wenn  man  sie  aus  einander  zieht,
und  in  gerader  Linie  ausdehnt,  diese  Röhren  noch
viermal  länger  machen,  als  der  Salamander  selbst  ist.
§.  84.
            
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