60 I. Abh. Erster Abschnitt. Fünftes Kapitel.
oben schon gezeigt habe. Kälte und Wärme haben an
diesem Geschäfte sehr großen Antheil, und von den
hohen und mindern Graden derselben hängt auch dessen
Befördrung und Verzögerung ab. Das Männgen
verfolgt das Weibgen, welches anfangs zu fliehen suchtaber =
bald zu fliehen vergißt, da sich sogleich das Männgen ¬
ihm nähert: es stellt sich so, daß der unterste Theil
seines Kopfes, den obersten Theil von dem Kopfe des
Weibgens berühret, und auf solche Art mit beiden
Körpern, ein Winkel beschrieben wird, dessen Spitze
an den Köpfen ist. Ihre Stellung ist aber doch nicht
immer gleich: denn anstatt daß das Männgen seinen
Kopf auf den des Weibgens legt, so stellen sie sich zuweilen ¬
so, daß sie ihre Schnauzen mit einander vereinigen, ¬
und daß beide Körper, des Männgens und
Weibgens, sehr nahe zusammen treffen, und also der
Winkel, den ihre Köpfe und ihre Schnauzen machen,
in dieser Stellung sehr spitzig wird. Nunmehr richtet
das Männgen die auf dem Rükken befindliche, häutige
und gezähnte Hervorragung §. 77. in die Höhe, bewegt ¬
sie heftig, dreht sie rechts und links, wie etwan
ein muthig Pferd seine Mähne: sein Schwanz bleibt
nun auch nicht mehr ruhig, sondern wikkelt und krümt
sich zusammen, und schlägt mit demselben ganz sanft
das izt unbeweglich sitzende Weibgen in die Seiten.
Bisweilen nimt man wahr, daß sich das Männgen, um
in dieser Stellung zu bleiben, und das Weibgen mit
seinem Schwanze zu schlagen, an Gewächse, und an
alles, was ihm zum Widerhalt dient, mit den Zehen
seiner Vorderfüsse anhält, und in dieser Stellung mit
dem Weibgen unterm Wasser bleibt.
Mit¬