Zeugungsgeschichte der stinkenden Erdkröte. 51
§. 72.
Diese kleinen belebten Körpergen untersuchte ich
bei ihren veränderten Erscheinungen, mit der allergenauesten ¬
AAufmerksamkeit, sowohl was ihre innere,
als äußere Beschaffenheit angieng, und verglich alles
mit den Eiern, die in der Gebärmutter oder in den
Röhren derselben, zurükgeblieben waren. Wenn man
nun die verschiedne Größe, die sie ihrer Natur nach haben ¬
konten, ausnimt, so konte ich auch nicht den allermindesten =
Unterschied finden. Die Aehnlichkeit, die ich
unter allen antraf, gab mir Anlaß, ähnliche Schlüsse,
wie die obigen, daraus zu ziehen: daß also diese kleinen
Körpergen, außer dem Körper der Mutter, eben sowohl =
wahre Larven wären, wie diese auch wahre Larven ¬
sind, die noch in der Mutter sich befinden; und
daß also folglich die Frucht schon bei der Schwängerung, ¬
im voraus gebildet, vorhanden sei.
§. 73.
Was ich nun hier von der Frucht (Foetus) gesagt
habe, läßt sich mit eben den Gründen von dem Schafhäutgen =
behaupten, weil ich gefunden habe, daß es
auch die Früchte, die noch in der Mutter liegen, umgiebt, ¬
aber mit dem Unterschiede, daß es die Oberfläche ¬
der Frucht unmittelbar berührt, ohne einige
merkliche Feüchtigkeit zu enthalten; sobald aber die
Früchte aus der Mutter zum Vorschein kommen, steht
auch das Schafhäutgeu von deren Oberfläche mehr ab,
je nachdem sie mehr oder weniger aufgetrieben sind:
nachher ist es ganz mit seiner Feuchtigkeit angefüllt.
Ja ich glaube auch, daß die Nabelschnur schon bei der
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