Volltext : Spallanzani, Lazzaro: Versuche über die Erzeugung der Thiere und Pflanzen

44  I.  Abh.,  Erster  Abschnitt.  Viertes  Kapitel.
bezeigen  sich  träger  als  andere:  aber  überhaupt  haben
alle  diese  Kröten,  Wasser=  und  Laubfrösche,  wie  auch
die  Fische,  eine  bestimte  Laichzeit.
§.  64.
Wenn  man  den  drei  und  sechzigsten  Paragraph
mit  dem  ein  und  vierzigsten  vergleicht,  so  findet  man
einen  großen  Unterschied  der  Begattungszeit,  bei  den
verschiednen  Arten  von  Kröten,  und  bei  denen,  von
welchen  hier  die  Rede  ist.  Die  ersten  begatten  sich
schon  im  März  sobald  nur  die  Strenge  des  Winters  ein
wenig  nachläßt:  diese  leztern  aber  erwarten  einen  weit
höhern  Grad  von  Wärme;  ja  sogar  geschieht  es,  wenn
die  Wärme  plözlich  nachläßt,  daß  auch  diese  stinkenden
Kröten  das  Gewässer  verlassen,  ihre  Liebe  vergessen,  und
sich  wieder  in  die  Erde  verkriechen.  Ich  sahe  einsmats
gegen  Ende  des  May  1777  auf  der  Fläche  eines  großen
Teiches  eine  Menge  solcher  Kröten:  einige  hatten  ihre
Eier  schon  gelegt,  andre  waren  noch  in  diesem  Geschäfte ¬
  begriffen,  andre  hatten  sich  nur  kurz  zuvor  begattet: ¬
  alle  aber  liefen  im  Wasser  hin  und  her,  sprangen ¬
  auf  einander  los,  verfolgten  sich,  und  waren  bei
diesen  Spielen  so  beschäftigt,  daß  ich  sie  mit  einem
Netze,  ohne  daß  sie  zu  fliehen  suchten,  leichtlich  fangen
konte.  Die  Männgen  verrichteten  ihre  Begattung,
wie  die  grünen  Wassersrösche  §.  6.;  sie  ließen  einen
grunzenden  Ton  während  der  Begattung  hören,  wie
die  beiden  andern  Arten  Kröten  §.  43.:  Die  Luft
war  helle  und  das  Thermometer  stand  auf  16  Grad;
allein  ein  zweitägiger  Regen  kältete  die  Luft  so  sehr  ab,
daß  der  zahlreiche  Haufen  der  Kröten  auf  einmal  verschwand: ¬

            
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