Full text : Spallanzani, Lazzaro: Versuche über die Erzeugung der Thiere und Pflanzen

vor  ihrer  Befruchtung.
der  Reizbarkeit,  der  durch  den  Saamen  des  Esels
verursacht  wird,  die  einzige  Ursache  der  erstaunenden
Verschiedenheit  der  Gurgel  und  der  Ohren  des  Maulesels, ¬
  von  der  Gurgel  und  den  Ohren  sein  soll,  welche ¬
  das  kleine  Pferd,  wenn  es  von  dem  Saamen  des
Pferdes  befruchtet  worden  wäre,  bekommen  haben
würde?  Scheint  es  nicht  vielmehr,  wie  Herr  Bonnet ¬
  sagt,  als  ob  der  Esel  auf  den  kleinen  Embryon
sein  Siegel  gedrukt  hätte?
Ferner  scheint  es  auch,  daß  der  Schleim  oder
die  gallertartige  Substunz,  welche  die  Larven  überzieht,
den,  auf  solche  Weise  damit  überzogenen  Larven,  eben
das  ist,  was  die  im  Ei  enthaltenen  Substanzen,  oder
was  die  Feuchtigkeiten  in  der  Blase  dem  Embryon  der
Eier  legenden,  oder  lebendig  gebährenden  Thiere,  vorstellen. ¬
  Bei  diesen  hat  die  Natur  die  nährenden  Feuchtigkeiten ¬
  in  eine  Haut  eingeschlossen.  Bei  den  Larven
hat  es  die  Natur  anders  eingerichtet,  und  hat  die  Haut
weggelassen.  Dieser  Umstand  lehrt,  daß  wir  uns  in
den  Schlüssen,  die  wir  von  den  Larven  in  Rüksicht  auf
andre  Thiere  machen,  nicht  zu  sehr  übereilen  sollen.
Es  findet  auch  noch  ein  sehr  merkwürdiger  Unterschied, ¬
  zwischen  den  Larven  und  den  Früchten  andrer =
  großer  Thiere,  statt.  Die  erstern  geben,  von  ihrem
Dasein  vor  der  Befruchtung,  keine  undeutlichen  Kenzeichen: =
  die  andern  hingegen  lassen  sich  gar  nicht  merken, =
  und  sind  gänzlich  unsichtbar.  Die  Larven  sind
doch  verhältnißmäßig  größer,  oder  schon  mehr  entwikkelt, ¬
  wenn  sie  der  Saame  befruchtet,  als  die  Früchte
größrer  Thiere  sind,  wenn  sich  diese  in  gleichen  Umständen ¬
  befinden.  Es  würde  also  auch  nicht,  nach  einer =
  strengen  Logic,  wider  diese  Hypothese,  welche  den
Saamen,  der  den  Fötus  befruchtet,  auch  zu  seiner
Nah-
            
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