Volltext : Spallanzani, Lazzaro: Versuche über die Erzeugung der Thiere und Pflanzen

Geschichte  der  organisirten  Körper,
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völlig  hätte  entwikkelt  werden  können.  Nothwendiger
Weise  musten  also  diese  Früchte  schon  bei  der  Befruchtung ¬
  vorhanden  sein,  welche  eines  Wachsthums,  und
folglich  einer  Nahrung  fähig  wären,  und  welche  auch
mit  ällen,  zu  diesen  Absichten  nöthigen  Organen  versehen ¬
  sein  musten.
Wider  dieses  Lehrgebäude  läst  sich  ein  starker  Einwurf ¬
  vorbringen.  Wenn  sich  der  Fötus  vor  der  Befruchtung ¬
  schon  ein  wenig  entwikkelt,  warum  geschieht
diese  Entwikkelung  nicht  gänzlich,  und  volkommen;  und
wenn  sich  einige  entwikkeln,  warum  nicht  alle  mit  einander, ¬
  auf  einerley  Art,  und  zu  einerlei  Zeit?
Dieser  Einwurf,  der  beim  ersten  Anblik  ganz  gegründet ¬
  zu  sein  scheint,  verliehrt  von  seiner  Stärke  und
Gründlichkeit  sehr  viel,  wenn  man  ihn  genauer  untersucht. ¬
  Die  Fötus  können  natürlicherweise  sich  nur  nach
Beschaffenheit  und  der  Menge  ihrer  Säfte,  die  sie  in
ihre  Substanz  verwandeln,  entwikkeln;  so,  daß,  wenn
dieselben  nicht  die  schiklichen  Säfte,  zu  ihrer  bis  auf
diesen  Punkt  fortgehenden  Entwikkelung  erhielten,
man  sich  auch  nicht  wundern  müste,  wenn  sie  sich  nicht
weiter  entwikkelten.  Wie  zum  Beispiele  die  Menschen,
Thiere  und  Pflanzen,  sich  nicht  durch  die  Nahrung,
die  sie  zu  sich  nehmen,  oder  zu  sich  zu  nehmen  im  Stande ¬
  sind,  entwikkeln  können,  als  nur  durch  eine  bestimte
Quantität,  über  welche  sie  nicht  gehen,  und  unter
welcher  sie  aber  auch  öfters  stehen  bleiben,  wenn  sie
ihre  völlige  nöthige  Nahrung  nicht  erlangen  können,
oder  sich  ihrem  Wachsthum  andre  Ursachen  in  den  Weg
legen.  Dieses  wiederfährt  öfters  den  ausländischen
Thieren  und  Pflanzen;  dies  begegnet  auch  denjenigen
Thieren,  denen  man  einen  Theil  ihres  nöthigen  Futters
entzieht,  vorzüglich,  wenn  sie  noch  jung  sind.  Wenn
nun
            
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