Volltext : Spallanzani, Lazzaro: Versuche über die Erzeugung der Thiere und Pflanzen

Geschichte  der  organifirten  Körper,
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ger  wahr,  daß  das  Kugelthier  (Volvox),  ein  Infusionsthiergen, =
  verschiedne  Generationen  in  sich  enthält, ¬
  davon  eine  in  der  andern  gleichsam  verstekt,  und
alle  wie  in  Büchsen  verschlossen  liegen,  es  ist  darum
nicht  zu  läugnen,  daß  in  der  engen  Schate  des  kleinen
Saamenkörngens  des  Ulmbaums,  dieser  große  Jahrhunderte ¬
  hindurch  daurende  Baum,  mit  allen  seinen
Aesten,  Zweigen,  Blättern,  Blüten,  und  Saamenkörngen, =
  die  er  in  künftigen  Jahrhunderten  einst  tragen ¬
  wird,  in  seiner  Volkommenheit  bereit  liegt:  es
ist  auch  nicht  weniger  gewiß,  daß  freilich  unsre  Vorstellungskraft ¬
  tausend  Unmöglichkeiten  in  einer  so  grofsen ¬
  Idee  findet,  welche  aber  doch  von  unsrer  Vernunft ¬
  überwunden  werden.
Allein  diese  Betrachtungen  sind  doch  nicht  im
Stande,  ein  so  interessantes  Problem  über  diese  Materie ¬
  aufzulösen.  Man  kan  noch  immer  fragen,  sind
denn  die  Keime  in  alle  Theile  unsers  Erdballs,  und  in
dessen  ihn  umgebenden  Raum  zerstreut?  oder  haben
sie  allezeit  von  jeher,  in  dem  Innersten  der  Weibgen,
oder  bis  auf  einen  gewissen  Zeitpunkt  eine  Frucht  in
der  andern  gestekt?  Alles  dasjenige,  was  ich  bisher
gesagt  habe,  würde  mit  dieser  doppelten  Auflösung  jener ¬
  Frage  bestehen  können:  allein  mich  dünkt,  man
könne  noch  weiter  gehen,  und  mit  einiger  Gewisheit
hierüber  entscheiden.  Ich  will  hier  wenigstens  einige
Gründe  anführen,  welche  unsre  Wahl  bestimmen,  und
die  gewählte  Meinung  befestigen  können.
Zuvörderst  will  ich  bemerken,  daß  die  Schwierigkeiten ¬
  des  Systems  der  überall  zerstreuten  Keime
(Panspermia),  eben  so  zahlreich,  und  eben  so  stark
sind,  als  wenn  man  die  Einwikkelung  aller  präexistirenden ¬

            
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