Full text : Spallanzani, Lazzaro: Versuche über die Erzeugung der Thiere und Pflanzen

Geschichte  der  organisirten  Körper,
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tet  worden  sein,  daß  sie  nach  und  nach,  in  fuccessiven
Zeiträumen,  sich  entwikkeln,  und  auf  diese  Art  die  Erde
mit  organisirten  Geschöpfen  bevölkert  werden  konte.
Daher  war  es  nothwendig,  daß  die  Keime,  die  vor
der  Befruchtung  schon  präexistiren,  in  dem  Weibgen
vorhanden  wären,  um  diese  fortdauernde  Entwikkelung ¬
  anzunehmen;  denn  wie  konte  es  denn,  vom  ersten
Tage  der  Schöpfung  an,  neue  durch  die  Befruchtung
entwikkelte  Geschöpfe  geben,  wenn  nicht,  vom  ersten
Tage  der  Schöpfung  an,  Keime  zur-Entwikkelung  vorhanden ¬
  gewesen  wären?  und  es  ist  sehr  glaublich,  daß
das  Entwikkelungsgesez,  als  ein  den  organisirten  Körpern ¬
  wesentlich  eigenes,  von  jener  ersten  Zeit  an,  bis
auf  den  heutigen  Tag  sich  unverändert  erhalten  habe.
Nun  wird  man  auf  die  Frage  gebracht,  was
nun  wohl  die  unendlich  kleinen  Geschöpfe  für  einen  Ursprung ¬
  haben  müssen?  Diese  Geschöpfe,  die  bei  ihrer
Zartheit,  so  erstaunenswürdig  vielfach  zusammengesezt
sind,  und  deren  Zusammensetzung  um  desto  bewundernswürdiger ¬
  ist,  je  schwerer  ihre  Theile  zu  erkennen,
ja  je  weniger  sie  überhaupt  sichtbar  sind;  denn  diese
Keime  sind  nicht  von  Ewigkeit  her,  weil  sie  endliche
und  auf  einander  folgende  Geschöpfe  sind,  sie  sind  auch
nicht  ein  Werk  des  ohngefähren  Zufals,  welcher  Ausdruk ¬
  nichts  weiter  als  ein  leeres  Wort,  oder  eine  Anzeige ¬
  von  Unwissenheit,  oder  auch  die  Zuflucht  für  den
Atheisten  ist,  der  noch  nie  mit  Nachdenken  sich  bemühet ¬
  hat;  nein,  sie  können  nicht  vom  Ohngefähr  abhängen, ¬
  da  ihre  Zusammensetzung  so  bestimt  ist,  und
sie  mit  den  übrigen  Geschöpfen  des  ganzen  Universums
eine  so  große  Verbindung  haben,  und  mit  denselben
in  sehr  häufigen  Verhältnissen  stehen.  Man  muß  diesemnach, ¬
  an  jedem  derselben  den  Großen  Schöpfer, ¬

            
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